Nachtrag zu Kleist'? Leben.
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nicht auch da? ein Phantastcbiid war; Wieland'? Brief über seinen Dichter -beruf bewahrte er auch später als Hciligthum. — lieber die Familie Schroffenstcintdeiit mir Pros. Kobcrstei» nach zwei Rerensionen mit, eine in der Allg. deutsch,Bibl. Bd. 8ö, die andere i» der Zeitung für die elegante Welt 1803 Nr. vl.In jener beißt es: „ 'Übermal ein Versuchstück auS der Masse derer, die von ei-ner Seite manch Gutes hoffen und von der andern viel Schlimmes wieder be-fürchten lassen. — Versucht der Ungenannte stch wieder im Drama, so wird seinnächstes Werk über die Reputation des Autors entscheiden. Entweder etwasungleich Besseres, oder eS ist um seinen Tuet und Grschmaik ans immer gesche-hen." In dieseri „Ein sehr ausgezeichnetes geniales Product. Jeder gebildeteLeser dieses Stücks wird das Jncorrectc, Ilnzusammcnhängendc, Wilde, miteinem Wort Jugendliche, das darin herrscht, auf den ersten Blick erkennen, undgerade hierauf stützt stch die schönste Hoffnung bei demselben, daß nämlich derVerfasser erst ein angehender junger Schriftsteller ist. Ebensowenig aber kannihm der eigene selbständige Geist entgehen, der darin durchgängig herrscht, undder sowohl ans den einzelnen Partien als aus der kühn gedachten Anlage desGanzen hcrvorleuchtct. Goethe und Schiller scheinen dem Verfasser weniger zuVorbilder» gedient zu haben, als die Quelle der modernen dramatischen Poesieselbst — Shakspearc, an dem sich sein Genie innig erwärmt hat."
Der Brief aus Paris, in welchem Kleist die Vernichtung des Guiseardmeldet, ist erschütternd. Die Reise nach Boulogne war beabsichtigt; er wollteden französischen Feldzug gegen England mitmachen und auf dem Meer denHeldentod sterben. Daß er in dieser Periode dem Wahnsinn nahe war, fühlteer später selbst. Politisches Interesse halte er damals gar keines; er sagt eseinmal ausdrücklich; es erwachte erst, als der Bonapartismus seine eigenenHoffnungen in Dresden zertrümmerte.
Nach seiner Rückkehr in Berlin suchte er sehr ernstlich um eine Anstellungnach; man wies ihn lange Zeit ab; der eine General tadelte ihn, „Vcrsche"zu machen. Auch hier mußte stets Ulrike anshelfcn. Obgleich auch in Königs-berg sehr trübsinnig, hatte er sich doch von der dunkeln Pracht mehr befreit,die seinen Geist umfing. — Die erste Zeit in Dresden war hoffnungsreich; der