Die Verlobung in St. Domingo.
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sei, erbittert, schleppte man dieselbe unter dem Vorwand, daß sie mitmir im Einverständniß sei, mit unerhörter Leichtfertigkeit statt mei-ner auf den Nichtplatz. Kaum war mir diese entsetzliche Nachrichthinterbracht worden, als ich sogleich ans dem Schlupfwinkel, in wel-chen ich mich geflüchtet hatte, hervortrat, und indem ich, die Mengedurchbrechend, nach dem Richtplatz eilte, laut ausricf: Hier, ihr Un-menschlichen, hier bin ich! Doch sie, die schon auf dem Gerüste derGuillotine stand, antwortete aus die Frage einiger Richter, denenich unglücklicher Weise fremd sein mußte, indem sie sich mit einemBlick, der mir unauslöschlich in die Seele geprägt ist, von mir ab-wandte: diesen Menschen kenne ich nicht! — worauf unter Trom-meln und Lärmen, von den ungeduldigen Blutmcnschen angezettelt,das Eisen wenige Augenblicke nachher hcrabfiel, und ihr Haupt vonseinem Rumpfe trennte. — Wie ich gerettet worden bin, das weißich nicht; ich befand mich eine Viertelstunde darauf in der Wohnungeines Freundes, wo ich aus einer Ohnmacht in die andere fiel, undhalbwahnwitzig gegen Abend ans einen Wagen geladen und überden Rhein geschafft wurde. — Bei diesen Worten trat der Fremde,indem er das Mädchen losließ, an das Fenster; und da diese sah,daß er sein Gesicht sehr gerührt in ein Tuch drückte; so übernahmsie, von manchen Seiten geweckt, ein menschliches Gefühl; sie folgteihm mit einer plötzlichen Bewegung, fiel ihm um den Hals, undmischte ihre Thränen mit den seinigen.
Was weiter erfolgte, brauchen wir nicht zu melden, weil esjeder, der an diese Stelle kommt, von selbst liest. Der Fremde, alser sich wieder gesammelt hatte, wußte nicht, wohin ihn die That,die er begangen, führen würde; inzwischen sah er so viel ein, daßer gerettet, und in dem Hause, in welchem er sich befand, für ihnnichts von dem Mädchen zu befürchten war. Er versuchte, da ersie mit verschränkten Armen auf dem Bett weinen sah, alles nurMögliche, um sie zn beruhigen. Er nahm sich da« kleine goldene