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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Die Verlobung in St. Domingo.

Wahnsinn der Freiheit, der alle diese Pflanzungen ergriffen hat, triebdie Neger, die Ketten, die sie drückten, zu brechen, und an den Wei-ßen wegen vielfacher und tadelnswürdiger Mißhandlungen, die sievon einigen schlechten Mitgliedern derselben erlitten, Rache zu neh-men. Besonders, fuhr er nach einem kurzen Stillschweigen fort,war mir die That eines jungen Mädchens schauderhaft und merk-würdig. Dieses Mädchen, vom Stamm der Neger, lag gerade zurZeit, da die Empörung aufloderte, an dem gelben Fieber krank, daszur Verdoppelung des Elends in der Stadt ausgebrochen war. Siehatte drei Jahre zuvor einem Pflanzer vom Geschlecht der Weißenals Sclavin gedient, der sie ans Empfindlichkeit, weil sie sich seinenWünschen nicht willfährig gezeigt hatte, hart behandelt und nachheran einen Crcolischen Pflanzer verkauft hatte. Da nun das Mädchenan dem Tage des allgemeinen Aufruhrs erfuhr, daß sich der Pflan-zer, ihr ehemaliger Herr, vor der Wnth der Neger, die ihn verfolg-ten, in einen nahegelegenen Holzsiall geflüchtet hatte: so schickte sie, :jener Mißhandlungen eingedenk, beim Anbruch der Dämmerungihren Bruder zu ihm, mit der Einladung Lei ihr zu übernachten.

Der Unglückliche, der weder wußte, daß das Mädchen unpäßlich war,noch an welcher Krankheit sie litt, kam und schloß sie voll Dankbar-keit, da er sich gerettet glaubte, in seine Arme; doch kaum hatte ereine halbe Stunde unter Liebkosungen und Zärtlichkeiten in ihremBette zugebracht, als sie sich plötzlich mit dem Ausdruck wilder undkalter Wnth darin erhob und sprach: eine Pestkranke, die den Tedin der Brust tragt, hast du geküßt: geh und gieb das gelbe Fieber-allen denen, die dir gleichen! Der Osficicr, während die Alte mitlauten Worten ihren Abscheu hierüber zu erkennen gab, fragte Toni: ^

ob sic Wohl einer solchen That sähig wäre? Nein! sagte Toni, in-dem sie verwirrt vor sich niebersah. Der Fremde, indem er dasTuch auf den Tisch legte, versetzte, daß nach dem Gefühl seinerSeele keine Tyrannei, die die Weißen je verübt, einen Verrath, so