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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Michael KohlhaaS.

nenn trafen; und da der Kurfürst, aufgeweckt wie er von Naturist, beschloß, den Ruf dieser abenrheuerlichen Frau, von deren Kunsteben bei der Tafel auf ungebührliche Weise die Rede gewesen war,durch einen Scherz im Angesicht alles Volks zu Nichte zu machen,so trat er mit verschränkten Armen vor ihren Tisch, und forderteder Weissagung wegen, die sie ihm machen sollte, ein Zeichen vonihr, das sich noch heute erproben ließe, verschätzend, daß er sonstnicht, und wäre sie auch die römische Sibylle selbst, an ihre Worteglauben könne. Die Frau, indem sie uns flüchtig von Kopf zu Fußmaß, sagte, das Zeichen würde sein, daß uns der große, gehörnteRchbock, den der Sohn des Gärtners im Park erzog, ans dein Markt,worauf wir uns befanden, bevor wir ihn noch verlassen, cntgegen-kommen würde. Nun mußt du wissen, daß dieser für die DresdnerKüche bestimmte Rchbock in einem mit Latten hoch verzäunten Ver-schlage, den die Eichen des Parks beschatteten, hinter Schloß undRiegel anfbewahrt ward, dergestalt daß, da überdies anderen klei-neren Wildes und Geflügels wegen der Park überhaupt und obeneinder Garten, der zu ihm führte, in sorgfältigem Beschluß gehaltenward, schlechterdings nicht abzusehen war, wie uns das Thier, diesemsonderbaren Vergeben gemäß, bis ans dem Platz, wo wir standen,entgegenkommen würde; gleichwohl schickte der Kurfürst aus Vesorg-niß vor einer dahinter steckenden Schelmerei, nach einer kurzen Ab-rede mit mir, entschlossen ans unabänderliche Weise Alles, was sienoch Vorbringen würde, des Spaßes wegen zu Schanden zu machen,in's Schloß, und befahl, daß der Rehbock augenblicklich getödtet undfür die Tafel an einem der nächsten Tage znbercitet werden solle.Hierauf wandte er sich zu der Frau, vor welcher diese Sache lautverhandelt worden war, zurück, und sagte: nun, wohlan! was hastdu mir für die Zukunft zu entdecken? Die Frau, indem sie in seineHand sah, sprach: Heil meinem Kurfürsten und Herrn! Deine Gna-den wird lange regieren, das Haus aus dem du stammst lange be-