Michael KohlhaaS.
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sei/ weil er irgendwo sein müsse, mit der Macht, die ihm zn Ge-bote stehe, zu beschirmen; wogegen sie der guten Stadt Wittenbergzu ihrer Beruhigung meldete, daß bereits ein Heerhaufcn von fünf-hundert Mann unter Anführung des Prinzen Friedrich von Meißenim Anzuge sei, um sie vor den ferneren Belästigungen Kohlhaasenszu schützen. Der Landvogt, der wohl einsah, daß eine Resolutiondieser Art das Volk keineswegeS beruhigen konnte — denn nicht nurdaß mehrere kleine Vortheile, die der Roßhändler an verschiedenenPunkten vor der Stadt erfochten, über die Stärke zu der er hcran-gewachsen, äußerst unangenehme Gerüchte verbreiteten: der Krieg dener in der Finsterniß der Nacht durch verkleidetes Gesindel, mit Pech,Stroh und Schwefel führte, hätte, unerhört und beispiellos wie erwar, selbst einen größeren Schutz, als mit welchem der Prinz vonMeißen heranrückte, unwirksam machen können —: der Landvogt,nach einer kurzen Ueberlegung, entschloß sich die empfangene Reso-lution ganz und gar zn unterdrücken. Er plackte bloß einen Brief,in welchem ihm der Prinz von Meißen seine Ankunft meldete, andie Ecken der Stadt an; ein verdeckter Wagen, der beim Anbruchdes Tages aus den: Hofe des Herrenzwingcrs kam, fuhr von vier-schwer bewaffneten Reitern begleitet auf die Straße nach Leipzig hin-aus, wobei die Reiter ans eine unbestimmte Art verlauten ließen,daß es nach der Pleißenbnrg gehe; und da das Volk über den heil-losen Junker, an dessen Dasein Feuer und Schwert gebunden, der-gestalt beschwichtigt war, brach er selbst mit einem Haufen von drei-hundert Mann auf, um sich mit dem Prinzen Friedrich von Meißenzu vereinigen. Inzwischen war Kohlhaas in der That durch die son-derbare Stellung, die er in der Welt einnahm, auf hundert und neunKöpfe herangewachsen; und da er auch in Jessen einen Vorrath anWaffen aufgetriebcn und seine Schaar auf das Vollständigste da-mitausgerüstet hatte; so faßte er, von dem doppelten Ungewitter, dasauf ihn heranzog, benachrichtigt, den Entschluß, demselben mit der