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Michael ÄahlhaaS.
mit einigen Ställen besaß, weil er von hier ans seinen Handel ansden kleineren Märkten des Landes zn bestreiten Pflegte, begab er sick-gleich nach seiner Ankunft auf die Gcheiinfchreiberei, wo er von denRächen, deren er einige kannte, erfuhr, was ihm allerdings seinerster Glaube schon gesagt hatte, daß die Geschichte von dem Paß-schein ein Mährchcn sei. Kohlbaas, dem die mißvergnügten Rächeans sein Ansuchen einen schriftlichen Schein über den Ungrund der-selben gaben, lächelte über den Witz des dürren Junkers, obschoner noch nicht recht cinsah, waö er damit bezwecken mochte; und dieKoppel der Pferde, die er bei sich führte, einige Wochen darauf znseiner Zufriedenheit verkauft, kehrte er, ohne irgend weiter ein bit-teres Gefühl als das der allgemeinen Noch der Welt, zur Tronkcn-burg zurück. Der Schloßvogt, dem er den Schein zeigte, ließ sichnicht weiter darüber ans und sagte auf die Frage des Roßkamms,ob er die Pferde jetzt wieder bekommen könne: er möchte nur hin-unter gehen und sie holen. Kohlhaas hatte aber schon, da er überden Hof ging, den unangenehmen Auftritt, zu erfahren, daß seinKnecht ungebührlichen Betragens halber, wie es hieß, wenige Tagenach dessen Zurücklassung in der Tronkenburg zerprügelt und weg-gejagt worden sei. Er fragte den Jungen, der ihm diese Nachrichtgab, was denn derselbe gethan? und wer während dessen die Pferdebesorgt hätte? worauf dieser aber erwiederte, er wisse es nicht, unddarauf dem Roßkamm, dem das Herz schon von Ahnungen schivoll,den Stall, in welchem sie standen, öffnete. Wie groß war abersein Erstaunen, als er statt seiner zwei glatten und wohlgenährtenRappen ein Paar dürre abgehärmte Mähren erblickte; Knochen, denenman, wie Riegeln, hätte Sachen aufhängen können; Mähnen undHaare ohne Wartung und Pflege znsammcngcknetet: das wahre Bilddes Elends im Thierreiche! Kohlhaas, den die Pferde mit einer schwa-chen Bewegung anwichcrten, war ans das Acußerstc entrüstet undfragte, was seinen Gäulen widerfahren wäre? Der Junge, der bei