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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Noinanrische Dichtung.

Satire im geraden offenen Kampfe gegen die offenen schiefen Zuständeim Großen angehcn; es müßte erst ein großer Charakter sein, wer eingroßer Dichter werden wollte, und ein großer Kopf, wer sich versprechendürfte, daß sein Werk den Druck der Verhältnisse überwände. Ein solcherwird nicht den Weg cinschlagen, den unsere Dichter gewählt haben, dieans die äußeren Hemmungen den Widerstand gegen die öffentlichen Zu-stände abbeugen und in die versteckten kleinen Kanäle des gesellschaft-lichen und Privatlebens ablenktcn. Hier hat das große Talent keinenGegenstand mehr. Im vorigen Jahrhundert stieß der freiere Geist beijedem Schritte au Tracht, Brauch und Sitte an, und er hatte ein Recht,sich dagegen aufzulehnen; jetzt ist die Gewalt der Konvenicnz, Mißstandund Unnatur des Privatlebens so gebrochen, daß es den Mann vonGeist und Kraft nicht mehr unterdrücken kann; hier ist seinem Wider-stande kein Gegenstand gegeben. Nur das Staatsleben beugt die freieEntwickelung noch nieder; und ehe dieses reformirt ist, werden wir ver-gebens ans eine große Zeit in irgend einer Richtung warten dürfen. Dashatte Göthe in seiner Jugend, dem großen britischen Tragöden gegen-über, schon empfunden, daß es das mangelnde Staatsleben war, wasunsere Literatur darniederhielt: denn nur wo sich die Dichtung auf dengroßen Markt des Lebens wagt, das Gefahrvollste und Größeste zu ihremGegenstände zu nehmen nicht scheut, mit den öffentlichen Zuständen Bundmacht, und mit dem Leben selber wetteifert, nur da sondert sich ächterWaizcn aus der Spreu, und während bei uns das dürftige Talent mitdem ächten Genius in einerlei Joch geht, ist unter freieren Ordnungendem Laufe freie Bahn gegeben, und die Kraft scheidet sich von dem Un-vermögen. Noch im späten Alter war Göthe derselben Einsicht; nurwollte er der Nationdie Umwälzungen nicht wünschen, die in Deutsch-land klassische Werke Hervorbringen konnten." Wir aber wünschen dieseVeränderungen und Richtungen; und wenn die Natur der EntwickelungUmwälzungen dabei nöthig machen sollte, so werden wir auch diesenklüger entgegenkommen, als ausbeugen. Denn wer in der moralischenWelt zu Hause ist, wie Göthe in der Natur war, der wird sie so wohl-thätig nennen müssen und so wenig scheuen dürfen, wie dort den Sturmund das Gewitter. Und wäre denn dazu durchaus Umwälzung nöthig,daß wir Kräfte endlich gebrauchen möchten, die wir haben? daß wirRechte gesichert wünschen, deren Unsicherheit sie nutzlos macht? daßwir ein Regiment begehren, das des Volkes innere Kräfte schätzen lerneund ihnen Spielraum gäbe? daß wir die Nation, die den Kern desWeltthcils bildet, der spöttischen Stellung entnommen sehen möchten,