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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Umnittclb. Einwirk. d. Wissenschaften u. Lebenszustände. 233

gleichsam nach lessingischenReinigungsprincipien, die Philosophie, die seitLeibnitz und Wols ganz in Poesie popnlarisirt worden war, wieder in dieWürde der Wissenschaft herzustellen und auf eigene Füße zu setzen. Diesgeschah gleichzeitig, als die Geschichtschreibung von Planck und Spittlerauf eine ähnliche Weise, in der politischen Historie von dem Ballaste derForschung, in der kirchlichen von der Beschränkung des Dogma's ge-säubert wurde. Seit dieser Restauration der Wissenschaft litt die Poesiein dem Maße, daß unsere ersten Dichter von wissenschaftlicher Bestrebungergriffen wurden. Sie rafften sich gleichzeitig mit den Romantikern nocheinmal zu Gunsten der Poesie zusammen, und behaupteten für diese, soviel sie selbst anging, noch zur Zeit einen nicht leicht errungenen Sieg.Aber die Romantiker bewiesen es auf Weg und Steg durch ihr eigenesBeispiel, daß in dem Momente, wo wir auf den Gipfel wahrer Dichtungstiegen, wir auch den Abweg zur Wissenschaft einschlugen.

3. Unmittelbare Einwirkungen der Wissenschaften und» Lebenszustände.

s Die Revolution, die seit den 60er Jahren die Geister in Dcntsch-' land mit sich fortriß, hatte sich zuerst in der Poesie angckündigt. Vonda aus griff sie schnell in alle Zweige geistiger Kultur über, die in jenenk Zeiten eines lebendigen Triebes fähig waren. Bald ward eine allgemeines Sehnsucht rege, nicht allein nach richtiger Erkenntnis; der Verhältnissevon Staat und Haus, von Schule und Kirche, von Kunst und Wissen-t schaft, sondern auch nach naturgemäßen Veränderungen zufolge den Vor-schriften dieser neugewonnenen Erkenntniß. Die große Masse der NationI nahm an diesem Durste nach Wissen und Verbesserung einen Antheil,der sich in steigendem Fortschritt bis heute immer erweitert hat, und wennI man sagen kann, daß nach der volksthümlichen Literatur in der Refor-mationszeit jene aufeinanderfolgende Vorherrschaft der Standesbildung,^ erst der Geistlichen, dann des Adels, welche wir schon in unserer altenLiteratur beochachteten, sich wiederholte, und um Klopstock herum noch^ sichtbar war, so muß man von der Zeit unserer Volksdichter an die neueEpoche einer volksthümlichen Literatur datiren, in welcher die Ständeden Rangunterschied aufgaben, von welcher kein Stand ausgeschlossen,keiner bevorzugt war. Diese Mischung der Stände, die sich der Literaturannahmen, bedingte die Mischung der Formen, den Zusammenstoß der