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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Romantische Dichtung.

XIV.

Romantische Dichtung.

Wir haben unsere Geschichte bis zu dem Ziele geführt, das wir unsvorgesetzt hatten, und könnten streng genommen hier abschließen. Alleindie Verzweigungen der Verhältnisse, die in der Geschichte nie schroff ab-brechcn, machen es uns zur historischen Pflicht, über unsere Grenze hin-über noch eine Strecke weiter zu rücken. Wir würden sonst nicht mit demrichtigen Eindrücke von dem Standpunkte scheiden, den unsere Literaturam Anfänge dieses Jahrhunderts erreicht hatte, noch auch nur die beidenDichter völlig kennen gelernt haben, die wir zuletzt betrachteten. Wasdie nächsten Wirkungen der gemachten Anstrengungen waren, wie sichDichtung und dichterischer Geist ausbreiteten, indem sie ausarteten, wiesich die langsam gereifte Frucht vom Baume löste und den Körper derNation materieller zu nähren begann, dies gehört zur Vollendung desGemäldes, das wir zu entwerfen versuchten. Eine Skizze des deutschenDramas, das ganz unmittelbar auf Schiller folgte und von ihm veran-laßt war, wird die Eigenthümlichkeit seiner Dichternatur noch in dennächsten Folgen und Erfolgen selbst unter dem Verderbnisse der Kunstdeutlicher erkennen lassen. Göthe'S Leben aber schlingt sich ohnehin nochdurch den ganzen Zeitraum der romantischen Periode unserer Dichtungbis ungefähr gerade zu dem Zeitpunkte hin, wo, durch die französischenBewegungen angeregt, neue Elemente in die schriftstellerische Welt ka-men, die zwar lange vorbereitet, ja im Grunde nur eine fortgesetzte Wie-deraufnahme der genialen Periode unserer 70er Jahre waren. WasGöthe in dieser Zeit noch dichtete, war durchaus unter den Einflüssen derromantischen Neigungen, wenn auch oft im Gegensätze zu denselben, ge-schrieben; ja auch wie sich die kritischen und ästhetischen Ansichten undSympathien des großen Dichters gestalteten, ist nur durch die umgeben-den Verhältnisse zu erklären. In Friede und Feindschaft wechselnd, be-gleitet der Mann, der sein ganzes Leben hindurch den miasmatischenEinwirkungen des Zeitgeistes ausgesetzt war, auch noch im hohen Alterempfangend und schaffend den Gang der deutschen Literatur, und in bei-den Stimmungen ist er für den Verständigen in Wirken und Nrtheilengleich lehrreich, ja kaum bedürfte man zur Würdigung dieser Zeit undihrer Leistungen anderer Hülfsmittel, als seine verschiedenen Aussprüche