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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Philosophie. (Schiller.)

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Ganze nicht zu Gunsten der Menschlichkeit, sondern der Stände angelegt.Sie ahnte was von jener historischen Ansicht, der das Geschehende Allesrecht ist. Sie kam sich nun wie ein Lamm vor dem Wolfe vor, undwünschte zu streng den Teufel mit seinem Talente zur Hölle. Kurz eheGöthe dieses Drama zuerst entwarf, entstand das kleine Epos Hermannund Dorothea, das gleichfalls auf den Grund der politischen Zeitgeschichtegezogen ist, und das die reine und edle Seite seiner Resignation dar-stellt. Aber dieses Werk, das uns leicht alle die übelgerathenen Werke,die wir bisher erwähnt haben, vergüten kann, wäre nicht entstandenohne die wohlthätige Einwirkung Schiller's, mit dem jetzt Göthe innähere Verhältnisse kam, der seinen erstorbenen Schöpfungstricb erhöhteund vorübergehend ihn in seine edlen Bestrebungen mitriß. Wir habendaher zunächst nach diesem zu blicken, um zu finden, in welcher Lage erwar, als sich das engere Bündniß zwischen Beiden knüpfte.

2. Philosophie. (Schiller.)

Indem wir nun noch die Berührungen unserer vielfach beeinträch-tigten Dichtung mit der im Anfang der 80er Jahre wieder auflebendenPhilosophie angeben wollen, haben wir es in aller Hinsicht bequemer,als bei den bisher besprochenen Fächern, die Grenzen zu finden. Wenndie kantische Philosophie, die allein dem Zeitpunkte angehört, mit demwir eigentlich schließen wollen, nicht so durchaus kritisch und rein wissen-schaftlich wäre, so würde sie gleich anfangs aus die Produkte der Ein-bildungskraft unmittelbar übergewirkt, es würden sich in der Poesie jenerJahre solche Einflüsse gezeigt haben, wie sie früher der realistische undnominalistische Scholastieismuö auf die gnomische und mystische Lehr-dichtung des Mittelalters, und wie sie später mehr die aus der kantischengefolgerte Philosophie seiner selbständigen Schüler aus manche Dich-tungen der Romantiker geübt hat. Solcherlei Wirkungen aber lassen sichohne Zwang nicht in den Verhältnissen der ersten und ächten kantischenLehre zu unserer Poesie Nachweisen; kaum haben wir oben einige dürftigePolemik in ästhetischen Formen gefunden, die einer Erwähnung nichtrecht würdig war. Wir behalten daher nur einen mittelbaren Einflußübrig, der dem Charakter dieser Philosophie durchaus angemessen ist.Sie unterwarf, wie alle Gegenstände der eigentlichen Philosophie, soauch die Grundsätze der Aesthetik einer kritischen Untersuchung; sie gabdadurch Anlaß zu einer ganz neuen Begründung dieser Wissenschaft, die

Gerv. d. Dicht. V. Bd. 2L