Schauspiel.
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sich Populärere, ist das Eigenthum einer mehr aristokratischen Klasse.Der seinem Ziele nach mehr für Männer schrieb, ist der Liebling derFrauen und der Jugend geblieben, der in ewiger Jugend beharrte, ge-nügte mehr den Ansprüchen des Mannes. Der ganz Form und Geistwar, sprach die Menge an, die mehr Materie sucht, und der mehr Ma-terie bot, befriedigte die Gebildeten, die der Form gewachsener sein soll-ten. Der scheinbar reichere Dichter hat einen engeren Wirkungskreis ge-funden, und der scheinbar ärmere den weiteren, und dies hat Götheselbst vortrefflich ausgedrückt, wo er sagt, daß, wenn man Schiller nichtso reich und ergiebig achtete, dies darum war, weil sein Geist einströmtein alles Leben, und weil Jeder durch ihn genährt und gepflegt ward undseine Mängel ergänzte. Und so durchkreuzen sich die Linien des doppel-seitigen Wesens in Beiden so vielfach, daß sie uns gleichsam erst in die-ser verschlungenen Gestalt ein gemeinsames Ganzes darstellen, an demwir uns ungetrennt freuen und aufbauen sollen, wie es in der Absichtder Männer selber lag. Wer wollte zwischen Beiden wählen! wer dieGrundlehre Beider, die wir so wiederholt, so nachdrücklich, wie sie sichin ihren Schriften selbst findet, auch in unserer Darstellung wieder undwieder bringen mußten, die Lehre von der vereinten totalen Menscheu-natur, so blind aus dem Auge lassen! wer möchte das Eine als dasAusschließliche preisen, da sie selbst uns auf ein Drittes wiesen, dasgrößer ist als Beide! Nur Einen Gesichtspunkt gibt es, aus dem manzwischen Beiden Vorzug treffen dürfte: daß sich Jeder, der in sich dieengere einseitige Natur erkannte, wieder nach dem Beispiele unserer Dich-ter selbst, in Opposition mit seiner Neigung gerade zu jenem unter Bei-den wendete, der ihm fremder läge, damit er, eingescnkt in die Trefflich-keit auch der gegensätzlichen Natur, „seine Mängel ergänze," und von demGegenstück seines Wesens- anerkennend sagen lerne, was Göthe vonSchiller sagte: So sollte man eigentlich sein! Denn nur wenn wir unsdas Mangelhafte unserer Existenz bekennen und das auch zu sein streben,was wir nicht sind, dürfen wir hoffen, einigermaßen das zu werden,was wir eigentlich sein sollten.
4. Schauspiel.
Wir haben zuletzt noch voll der gemeinsamen Thätigkeit Göthe'sund Schiller's für die Weimarer Bühne zu reden. Wäre der Eine jünger