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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Romantische Dichtung.

Felder, wo man auch mit Erfüllung von kleinen Forderungen noch etwasGroßes leistet;" er wollte nicht dasUeberflüssige befördert sehen, wonoch so viel Nützliches zu thun ist." Dem vielseitigen Manne konntenichts verloren scheinen, wenn man die Poesie eine Weile feiern ließ,um andere Zweige des Lebens zu treiben; er war von der einseitigenNeberschätzung derer frei, die in der Dichtung das Heil alles Lebens alleinsuchen, wie es einst das Mittelalter in der Liebe gesucht hatte; er kannteGutes und Böses, was sie gewährte und was sie stiftete, und er sprachdas goldene Wort aus, daß die Muse zwar das Leben gernbegleitet, aber keineswegs zu leiten versteht.

Er wußte freilich auch, wie schwer cs sei, diesen Satz der enthusia-stischen Jugend begreiflich zu machen, die in der Dichtung die erstengroßen Antriebe fürs Leben empfängt, und ihr so gern fürs Leben dafürdankbar bleibt. Nur einzelne Männer, die den Umfang des Lebens unddes Geistes besser kannten, als daß sie ihn mit der Dichtung einzig woll-ten ausgefüllt glauben, haben über die Sphäre der ästhetischen Ausbil-dung hinausgcblickt, ohne ihr darum fremd und für sie unempfänglichzu sein. Herder sah ernste Zeiten kommen, die es wünschenswertst mach-ten, daß wir nicht immer an dem alten Spielwerk der Künste fortklöppel-ten. Förster wandte der Empfindsamkeit, die nur in anderer Gestalt undunter der Maske einer falschen Kraft in unserer Dichtung sortdauert, denRücken, und eS war ihm des Schreibens zu viel und des Handelns zuwenig. Und auch Nicbuhr hielt cs für keinen Verlust, als er die Ermü-dung unserer Literatur gewahrte und einen Aufschwung des handelndenLebens zu gewahren glaubte. Und in der That, wenn unsere poetischeLiteratur auch wirklich so ganz einzig, wenn sie von einer so ungemeinenEnergie in ihrer letzten Blütezeit gewesen wäre, daß man ihr einebauernde Triebkraft Zutrauen dürfte, wäre es denn nur wünschens-wertst, daß man immer und immer den Einen Zweig impfte? EinNationalleben ist nur dann wahrhaft im Gedeihen, wenn seine Richtun-gen mannichfaltig verzweigt sind, wenn der Lebenssaft nicht all nachEinem Ziele geht, wenn nicht hier die Pflanze schießt, während sie dortverkümmert. Und verkümmert und verdorrt ist wahrlich bei uns der Staatund Alles, was dem handelnden Leben, dem Mittelpunkt unseres ganzenDaseins, verwandt ist, aus eine klägliche Weise, während die Dichtungund das Leben und Schwelgen in Phantasien und Empfindungen zueiner enormen Fülle gediehen ist. Aus allen Zonen führt uns Alles,was ein Talent hat, den Ueberfluß ästhetischer Reize zu, durch jedenneuen Erwerb wird die Habsucht entzündeter, und zugleich die Befriedi-