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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Romantische Dichtung.

Zurückbleiben muß. Es will sich jeder nur bemcrklich machen; wie Nie-mand im Staate leben und genießen, sondern Jeder regieren will, so willauch in der Kunst sich Niemand des Hervorgebrachten erfreuen, sondernseinerseits wieder selbst produeiren; und weil es doch schwer ist, einGroßes hervorzubringen, so ist ihnen das Große unbequem, sie habenkeine Ader, es zu verehren, sie verwischen die Unterschiede und gefallensich am Mittelmäßigen, welches das behagliche Gefühl gibt, als wennman mit seines Gleichen umgehe. Etwas Scheinbares zu schaffen,macht die Zeit selbst so leicht: wir leben in einer Periode, wo die Kulturso verbreitet ist, daß sie sich gleichsam der Atmosphäre mitgctheilt hat,worin wir athmeu; poetische und philosophische Gedanken leben undregen sich in uns, mit der Luft unserer Umgebung saugen wir sie ein.Aber eben diese Zeit macht eS auch so schwer, etwas wahrhaft Gutes zuleisten; ihre Forderungen sind, eben weil sie so leicht Bildung spenvet,um so gesteigerter. Wer soll dieser erhöhten Gegenwart, deren Charakterdas Veloeiferische ist, in schnellster Bewegung genngthun? Bis man vonAllem Kenntniß nimmt in diesen raschen Umtrieben der Welt und desWissens, verliert man sich selbst, .und eine weise Beschränkung innerhalbder Grenze seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten ist in einer solchen ZeitJedem das Gerathenste; hier kann der geringste Mensch komplet sein.Allein unter unfern jungen Talenten sind die inkompleten Menschen weitdie häufigem, bei denen Sehnsucht und Streben mit ihrem Thun undLeisten außer Verhältniß sind. Der Literatur gegenüber, die den Ge-sichtskreis der Jugend mit großen Bildern füllt, schwellt sich ihre Seelemit großen Gedanken, und Jeder sucht den Ruhm auf dem betretenenPfade, den die letzten großen Männer der Nation gewandert sind. Jederfühlt sich gedrungen, sein Erkennen und Fühlen gerade poetisch mitzu-theilen; sie treten immer auf diesen selben Fleck; sie wollen Alles neuund wieder und anders thuu, was schon gethan ist; sie kehren denStrumpf um und tragen ihn auf der linken Seite; sie halten eine be-reits gebrochene Pflanze in den Händen, die, wenn sie nicht in neue be-lebende Elemente gesetzt wird, nothwendig welken muß. Daß hiermitim höheren Sinne wenig gethan ist, wird aber den Jüngeren schwer undvielleicht unmöglich einzusehcu. Alles, was sich in ihren Erzeugnissenauf die Person bezieht, ist gewöhnlich gelungen, Manches in einem hohenGrade. Alles Allgemeine, das höchste Wesen wie das Vaterland unddie grenzenlose Natur überrascht uns in einzelnen lobwerthen Gedichten.Allein hierin liegt das Bedenkliche gerade; Viele treten zusammen indieser Wendung, ohne sich zu fragen: ob ihr Ziel nicht allzu fern im