Romantische Dichtung.
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hören, was ihnen eine sonst angenehme Antorität sagt. Das hatte Götheja selbst zu belachen, daß die holden jungen Geister, alle von EinemSchlag, ihn ihren Meister nannten, aber alle ihrer Nase nach gingen.Er wollte diesem Geschlcchte gegenüber, in dem er, wie Jeder thut, Ta-lente anerkennen, ihren Mißbrauch aber tadeln mußte, weder verheim-lichen, daß er sie verachtete und „verfluchte," noch auch fand ec es derMühe werth, ihnen scank und frei zu sagen, wie er'S mit ihnen meinte.In diesem Zwiespalte, in einem Muthwillen, der doch nicht gerade Pole-mik werden sollte, schrieb er jene Gnomen und Epigramme, deren Sinnfür Jeden deutlich wird, „in dein der Gedanke trächtig istdie negirendeLaune spricht halb schweigsam, halb in Räthseln, oft nur um so stachel-voller^). Von Mißmuth und Verstimmung, von Partei und Unge-rechtigkeit in diesen Sprüchen wie in jenen behaglichen Reden bei Eckcr-mann ist keine Spur; die schönen Wahrheiten, die er sagt, sind daherum so unverdächtiger. An zwei Dingen erkannte Göthe vorzugsweiseden Rückgang unserer Dichtnngsepoche und ihre Auflösung, sowie dieUnfruchtbarkeit der Dichter: an der Ausbildung des Technischen, und ander Richtung nach dem Subjektiven. Beides bewies ihm in den zahl-reichen Dichtern nur ein Unvermögen, das durch die Höhe der Literaturzur Produktivität angereizt worden; sie schienen ihm theils erkünstelte,theils erzwungene Talente, die sich dort mühen und zwängen und zu nichtskommen, hier überhaupt keine Energie anwenden, um etwas aus sich zumachen. Sie glauben vielmehr, ihr Talent, wenn sie eS wirklich besitzen,zu verlieren, wenn sie sich um Kenntnisse bemühen und sich selber Gesetzeschreiben sollen, obgleich doch jedes Talent sich durch Kenntnisse nährenmuß und dadurch erst zum Gebrauche seiner Kräfte gelangt. Sie wollennichts werden, sic wollen jeder gleich etwas sein. Sie meinen es allehübschund gut, aber sie wollen nichts lernen; sie-versäumen, sich mehrGehalt zu geben, da doch poetischer Gehalt nur Gehalt des eigenenLebens ist; sie übersehen, daß nur der angehende Künstler geboren wird,nicht der vollendete, und daß der, der von dem Ausgebildeten nichts sichaneignen will, im falschen Begriffe von Originalität hinter sich selbst
II Z) Mephisto scheint ganz nah zu sein;es däucht mich fast, er sieht mit ein.In manchen wunderlichen Stundenhat er sich selbst dag Maul verbunden,doch blickt er über die Binde her,als ob er ein doppelter Teufel war.