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Romantische Dichtung.
von der unbequemen Naturphilosophie und dem zu erkünstelnden Kunst-werke zu der leichteste» und bequemsten Quelle der Phantasie ein-fach zurück. Die Bibel, heißt es da, sei durch den symbolischen Geistund den Hang zur Allegorie, der von da ausgche, das für die neuePoesie geworden, was Homer im Alterthum: Quelle, Norm und Zielaller bildlichen Ansichten und Dichtungen. In Bezug auf Einfalt undWahrheit hätte die Bibel ein noch allgemeineres Vorbild sein müssen,als die Kunst der Griechen, und wenn nur der Geist des Christenthumsüberall lebendig wäre und wirkte, so würde schon dadurch selbst in derSprache und Darstellung, in der Wissenschaft und Kunst, jene edleSchönheit, welche Eins ist mit der Wahrheit, herrschend wer-den müssen, und auch dauerhaft bleibend. Darum sollten Böh-me's Werke das Größte in Rücksicht auf Sprache sein, was seit unsereralten Literatur erschienen sei; Luther nicht vergessen und nicht ausgenommen, der die Bibel nur übersetzte, die Böhme als eine solche Sprach- undSchönheits- und Wahrheitsquelle ausschöpfte! Und hieran schließt sichnun jene berühmte Anklage gegen die Reformation, als ob sie die Kunstzerstört und dem Geiste und der Aufklärung nichts genützt habe. Manhatte sich an dem nüchternen Gottesdienste geärgert, der nichts Poetischesund Symbolisches znließ, der ganz gegen die neuen Satzungen verstieß,der nach jenem gleichsam protestantischen Begriffe von der Reinheit undUngemischtheit der Thätigkeiten und Verhältnisse geordnet war, dem dieneuen Theorien ganz entgegen lagen. Von dieser feindseligen Stimmungaus griff man den Protestantismus überhaupt an. Indem wir hier derersten bedeutenden katholischen Polemik begegnen, scheint sie gegen dieReformation noch immer aus Kunstinteresse gerichtet zu sein. Wie abermochte man die sophistische Wortfechterci, auf der diese Anklage beruht,jemals so fleißig nachsprechen, ohne daß sich Ein tüchtiger Sachwalterder Wahrheit angenommen hätte? Wir haben ans unserer Geschichte ge-lernt, daß die Reformation geradezu die Kunst gerettet hat, daß sie sieaus den katholischen Landen entfernte. Durch zwei Jahrhunderte vor derReformation lag schon die Kunst bei uns in der größten Barbarei, undgerade der protestantische Hans Sachs riß die Meistersängerei aus demnie zu ergründenden Schlamme heraus, in den sie der katholische Scho-lastieiSmus gestürzt hatte. Gerade die protestantischen Maler gaben un-serer plastischen Kunst zuerst einen Namen und machten den Klecksereiender Mönche ein Ende. Gerade die protestantischen Fürsten erhielten inden Stürmen des ITsten Jahrhs. eine deutsche Poesie, wo in den katholi-schen Landen, so viel an ihnen lag, Alles in Trümmer gegangen wäre.