Roma Mische Dichtung.
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Schon 1800 hatte daher Fr. Schlegel in einem Gespräche üb er P o esie.symbolische Sage und Dichtung, Mythologie und Poesie für unzertrenn-lich erklärt und alles Wesentliche, worin die neue Dichtkunst der antikennachsteht, sollte dahin zurückgehen, daß wir keine Mythologie, keine gel-tende symbolische Weltansicht alöO ne lle derPhantasie hätten! Aber,heißt es weiter, wir seien nahe dabei, eine solche wieder zu erhalten; odervielmehr, wir mußten ernstlich trachten, eine solche symbolische Erkenntnißund Kunst wieder hervorzubcingen. Dies Alles ist noch ganz in dem Sinnder neuen Naturphilosophie gesagt, die auch Schlegel'ö Gedichte eingab;>- cs ist aus dem Geiste der höchsten Bewußtheit bei der poetischen Schöpfunggesagt, der höchsten Künstelei, zu der die Romantiker geriethen, indem sieimmer von Naturdichtung und poetischer Inspiration und Unmittelbarkeitzugleich redeten. Die neue Symbolik sollte ganz auf entgegengesetztemWege wie die alte gewonnen werden, die ans der sinnlichen Lebendigkeithervorging ; sie sollte aus „den tiefsten Tiefen des Geistes herausgebildetwerden, sie müsse das künstlichste aller Klmstwerke sein, denn cs solle alleandern umfassen, ein neues Bette und Gesäß für den alten ewigen Urquellder Poesie werden, das unendliche Gedicht, welches die Keime aller an-dern Gedichte verhüllt." Diese wunderlichen Sätze und ähnliche wieder-holten sich mit allerhand Aenderungcn in den Zeitschriften der Schlegel(Europa 1803 — 5) und in den Aeußernngen der Freunde. Allein wiejede zu feine Spitze abbricht, so geschah es auch hier. Man mußte sichdoch am Ende gestehen, daß dieses künstliche Kunstwerk ein Ding derUnmöglichkeit sei, und daß sich das feinste Naturwerk in dem Leben derVölker nicht aus dem Kopfe des Einzelnen nachschaffen lasse. Nachdemder christliche Eifer eingetretcn war, blieb nun nichts als der Neid gegendie Griechen übrig, die jene großen Vortheile in so großem Maße besaßen.Es war wie eine Verabredung, als ob man sie von nun an ignorirenwollte; einige führten die skandinavische Mythologie mit neuen Anstren-gungen zurück; Schlegel aber fiel auf die indische Literatur und „mani-festirte zugleich in seiner Sprache und Weisheit der Inder (1808), wieGöthe sagte, sein krudes christkatholischeö Glaubensbekenntniß", sodaß mandies Büchlein als eine Erklärung seines Uebertritts in die alleinselig-machende Kirche ansehen könne. Die christliche Symbolik Aalderon's,die ans dem Scholastirismus ruhte, ward nun gleichfalls in so großerWärme angepriesen. Weiterhin aber wurde die christliche Strenge immergrößer, und in der Geschichte der alten und neuen Literatur (1815) wardem symbolischen Aesthetiker schon ein ganz anderes Licht in Bezug aufdie einzuführende Mythologie und Symbolik aufgegangen; er sprang