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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Romantische Dichtung.

(der Fr. Schlegeln so verhaßt war, daß er ein Trauerspiel Karl V. ent-gegensetzen wollte,) als ein guter Lutheraner, der das Messelesen einEsclsgeschäft nannte, und nicht wollte, daß Vernunft wie ein Pudel-hund nach der Pfeife des Papstes tanze; nur war freilich sein Luther-thum nach seinen katholisch-poetischen Theorien schon idealistrt; und dieJugend pochte daher seinen Reformator auf der Bühne aus. Als aberWerner (18kl) katholisch geworden war, den Priesterrock angezogenhatte und zur Zeit des Wiener Congresses die widerwärtige Rolle desauferstandenen Abraham a S. Clara spielte, was war von der Poesie,was war von dem idealen Katholieismus übrig geblieben, von dem zurReinheit zurückgekehrten? Nichts als der ganz gewöhnliche papistischeBigotismus, wie man sich aus einem einzigen Briefe an seinen FreundHitzig überzeugen kann; und wie der Dichter in Sprache und Poesiezurückgegangen war, das lehrt ein Blick aus Anfang und Ende seinerdramatischen Leistungen, auf die Söhne des Thal'S und die Mutter derMakkabäer. Die Uebergänge von der dichterischen Phantasie zur reli-giösen, von dieser zum Religionsbedücfniß und Glauben, von diesem zuder Beschränktheit, zu welcher der Apostat so leicht wie der Eiferer ge-rätst, liegen überall klar vor. Im Anfänge theilten Shakespeare undHans Sachs in der Ansicht der kritischen Verfechter der neuen Schuleden Lorbeer mit Calderon und Jakob Böhme; man behielt den leicht- >sinnigen Borraz lieb, während man den Balde und Silesius hervorzog; Ibald aber trat Calderon über Shakespeare hinweg, und endlich fand esFriedrich Schlegel sogar mißlich, daß Calderon in seinen Autos, wo dochder poetische Jasmingeruch am stärksten duftet, religiöse Gegenstände be-handelt habe; das Christenthum sollte nicht an und für sich Gegenstandder Poesie sein, weil cs über alle Poesien hinausgehe u. s. f.; diePoesie wird also offenbar auch von ihm zuletzt der Religion geopfert.Schon nach dieser Stufenleiter kann man sich den Höhengrad in denreligiösen und katholischen Sympathien der einzelnen Männer der Zeiterklären. Schon lange glimmte dies jetzt auöbrechende Feuer der Apostasieunter der Asche. Göthe und Joh. Müller waren zn einer gewissen Zeitin dem Verdachte des heimlichen Katholicismus; Jaeobi'n sah Hamannhart an der Scheidewand stehen; Lavater hatte friedlich die Hand hin-übergereicht, und Stolberg gab das Signal. Unter den Anhängern derneuen Schule begnügten sich nun Einige (wie A. W. Schlegel) mit dempoetischen Enthusiasmus für das poetische Element im Religionsglanben

U15) Z. Werner's Lebensabriß von Hitzig. 1823. S. 92.