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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Romantische Dichtung.

diesem also der Geist Hamann's fortwaltete, so können wir sehen, wiedie Sinnesänderungen Stolberg's und der Uebergang von Hellenismuszu Patriotismus und endlich zu katholischem Christianismus sich inFriedrich Schlegel wiederholen, wie auf Schubert, Steffens u. A. derGeist Jung Stilling's ruhte, wie Heinse's Sinnlichkeitstheorieu sichweiter eingrubcn, und wie in jeder Richtung die genialen Tendenzenneue Nahrung in dieser Periode erhielten, um sich mit den hier gesammel-teu Kräften weiterhin in einen neuen Zeitabschnitt hinüberzufristen, indem sie wieder unter anderen Veränderungen hervortraten. In einigenErscheinungen herrscht dabei eine auffallende Gegensätzlichkeit. In den70er Jahren haben wir, wie jetzt wieder, in den aufgeregten jungenKreisen mehrere Beispiele frühe hingestorbener strebsamer Jünglinge; dieKränklichkeit führte damals zu Skepsis, Rationalismus und zur ärgstenFreigeisterei, jetzt gerade umgekehrt zur Gläubigkeit. So war haupt-sächlich von Novalis und W. H. Wackenroder (aus Berlin 1772—08),den Werner einen religiösen Koloß nennt, die fromme Richtung aus-gegangcn. Ans des Letzteren Herzensergießungen eines kunstliebendenKlosterbruders (1707), in denen Tieck Einiges gearbeitet hat, sticheltGöthe: es habe dieses Buch die Frömmigkeit als alleiniges Fundamentder Kunst sestgestellt, nach der Folgerung, daß, weil einige MöncheKünstler waren, alle Künstler Mönche sein sollten. Dies fromme Kunst-raisonniren belegte Göthe mit dem Namen Sternbaldisiren; denn auchin Tieck's Roman Franz Sternbald's Wanderungen (1798), in demwieder Einiges von Wackenroder übergeblieben ist, herrscht die Ansicht,die sich in den Worten Dürers an seinen Schüler offen kund giebt, woer ihm verheißt, er werde gewiß ein guter Maler werden, „weil er großeGedanken hege und mit warmer brünstiger Seele die Bibel lese!" Dieshängt mit den Theorien dieser Männer von der poetischen Kraft engezusammen. Wir konnten schon bei Lavater sehen, wie sich die poetischeder religiösen Kraft nähert; jetzt wird diese Annäherung zu einer ArtVerschmelzung. Novalis erklärte den dichterischen mit dem religiösenund mystischen Sinne für verwandt; die Eingebung des gläubig Schauen-den und des dichterisch Begeisterten ist eine und dieselbe ; in Jakob

104) Luden berichtete Göthe'n diese Ansichten seiner Jugendfreunde, die die Dich-tung aus dem Dichter strömen sehen wie die Quelle aus dem Fels, die, wie die Theo-logen den heiligen Geist, sich den Dichtergeist als eine mystische Macht dachten, die denErgriffenen nur wie ein Werkzeug brauche. „So? sagte Göthe, ei, das ist ja ganzcharmant." Luden, Rückblick in mein Leben. S. 32.