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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Romantische Dichtung.

sucht sich unter Veit Bedrängnissen der späteren Bildungen immer ihrenPlatz zu behaupten. Eben das wollten nun die Romantiker der Poesiesichern; das prosaische Spätalter sollte etwas von der poetischen Jugendüberliefert erhalten, sie wollten der Dichtung Bestand und Dauer geben.Ausgestorben ist nun die Dichtung allerdings niemals, das haben wiraus unserer Geschichte genau gelernt. Sie schleppt sich durch die un-günstigsten Zeiten unter irgend einer Hülle immer hindurch; darumhätte man nicht ausdrücklich sorgen müssen. Allein die Romantikerwollten unsere Dichtung ans der erreichten Höhe erhalten, und dies aller-dings war eine schwierige Aufgabe. Man täuscht sich schon, wenn manglaubt, daß der erste reine religiöse Sinn eines Volkes in den Zeitalternspäterer Bildungen fortdauere; man läßt sich dann vom Scheine undvon einzelnen Erscheinungen blenden. In der Kunst aber vollends istdie Dauer der höchsten Blüte so schnell vorübergehend, wie es in der Artjeder Blüte liegt, und vielleicht flüchtiger vorübergehend, als bei irgendeiner andern. Das hatte Göthe angedeutet, wenn er den Zustand derSchönheit nur einen Moment nannte; das sagte Förster so schön, daßvon allen zarten Blüten die zarteste die der Kunst sei:ihre Knospe vordem Entfalten scheint ein dunkles Chaos, das sich mühsam zu formenbeginnt; was auf den Augenblick ihrer Vollkommenheit folgt, ist nurentseelte Gestalt." Kein Wunder also, daß man dieser hinfälligen Kunstin der Religion eine Stütze zu geben suchte, denn diese hat, was derDichtung nicht so leicht gegeben ist, an der Heiligkeit, die sie umgibt,einen Stab, der sie allerdings in dem höheren Alter unterstützen und dieGebrechlichkeit verstecken muß. Man beachte ja, wie sich die Zeiten ge-ändert haben! Früher hatte die Religion eine Stütze an der Poesie ge-sucht, jetzt sucht die Poesie wieder einen Halt an der Religion; jener ersteBund hatte schrittweise zu der Höhe der Humanistik und Aufklärunggeführt, und dieser neue ging aus dem geraden Gegensätze gegen dieseAufklärung hervor. Wie hart man über die neuen Bigotterien, Be-kehrungen und Verkehrungen urtheilen möge, dennoch darf man nie ver-gessen, daß die heillosen Thorheiten, zu denen man es mit dem Jllumi-natismus und dem Vernunftknltus in Frankreich getrieben hatte, wohlein andächtiges Besinnen auch in dem nüchternen Beobachter der WeltHervorrufen konnten, und wir würden Unrecht thun, wollten wir hinterder religiösen Innigkeit der nächsten Jahrzehnte, die sehr Helle und un-geirrte Köpfe theilten, überall Täuschung, Schwachheit oder gar In-teresse suchen. Die ersten Regungen dieser Art gingen von einer natür-lichen Gegenwirkung aus, die, wenn sie nicht poetisch übertrieben worden