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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Romantische Dichtung.

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ihr Neigung auf HauS Sachs und Jakob Böhme. Die Poesie undPhilosophie in der Schusterwerkstätte, das war die wahre Versöhnungdes Realismus und Idealismus, so sollte es kommen! Diese Beispielezeigten, wiedie poetische und ökonomische oder politische Eristenz ein-ander stets bedingen und wie unziemlich die Gleichgültigkeit der Dichterund Poesiefreunde gegen den gesellschaftlichen Zustand von Deutschlandwar"; sie lehrten, wiein den trockensten Mechanismus der bürger-lichen Geschäfte das ewige Leben der Wissenschaft und Kunst zu hauchenist." So also wollte mau die Welt mit der Poesie erobern. Was amAnfang der romantischen Dinge Merck von den Stolbergen ausgesagthatte, das griff jetzt im weitesten Umfange um sich. Daß man darüberWelt und Poesie zugleich verlor, das lag nahe genug. Schon die an-geführten Muster alle deuten an, daß, wenn man sich mit realistischenund idealistischen Tendenzen einmal überhaupt versöhnt hat, man auchvou Einem zumAndern überspringen lernt; wo Vermittelung fehlschlägt,tritt Ertrcmsuchk gewöhnlich an die Stelle. Da es mit der poetischenWelteroberung nicht ging, wie man hoffte, so fiel man in Weltverachtungzurück; man blieb auf dem innerlichen Dante hängen, mau glitt vompraktischen Hans Sachs bestimmter zu dem mystischen Jakob Böhme,von dem weltlichen Ritter zn dem geistlichen Brahminen über, man ließzuletzt gar die Poesie fallen, die ihre realistischen Neigungen nicht rechtverlernen wollte, und nun sollte die Religion an ihre Stelle treten, umvielleicht noch einmal ihrerseits die ErobernngSplanc aufzunehmen.

Der enge Bund der Poesie mit der Religion war, wenn manvon dem Prinripe ausging, die Wirklichkeit mit einer höheren geistigenWelt zu durchdringen, und die Dichtung auf alle Lebcnszweige zu im-pfen, der Nächstliegende und natürlichste von allen. Denn daS, wasman mit der Poesie eigentlich bezweckte, konnte man an nichts so klarabsehen als au der Religion. Die Natur treibt im Menschen die ver-schiedenen Zweige seiner Entwickelung in periodischer Folge; sie läßtReligion, Kunst, die praktischen Tätigkeiten aller Art und die Philo-sophie nacheinander wachsen. Sie will aber nicht, daß ein Zweig umden andern abdürre. Wenn sie den einen jeweilig begünstigt, so grüntder andere weiter, und es wird dem ganzen Baume des Lebens dasweder unzeitig Gedeihlichste sein, wenn neben dem von der Jahreszeitgeförderten Schosse die zurückgedräugten wetteifernd nachtreibeu, noch auchder Saft ihnen ganz entzogen wird. Die religiöse Bildung veranschau-licht dies besonders deutlich; sie ist die erste Stufe menschlicher Aus-bildung, sie weicht aber nie aus ihrem einmal errungenen Rechte und