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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Romantische Dichtung.

eintraten, die auf Weg und Steg erleichterte, sich zurechtzufinden undin aller Weise zu bilven. Treffliche Schulen wahrten vor den ersten Irr-gänger: und Unterdrückungen des jungen Geistes, große Muster standenbahnzeigend da, ein begeisterter Wetteifer ließ keine Säunmiß zu. Derjunge Poet fand eine Sprache vor, die ihm überall mit Leichtigkeit zuWillen war, ja bald ihre eigenen Grenzen muthwillig übersprang; auchohne Talent konnte er sich zu mechanischer Uebung aufgefordert fühlen,denn eine Masse von konventionellen poetischen Phrasen und stehendenFormeln bot sich ihm zum Gebrauche dar, ohne daß er in dem erstenUngestüme, das sich der Lesewelt bemächtigte, zu fürchten brauchte, lang-weilig zu werden. Die poetische Gabe breitete sich so reißend aus, daßnun bald auf keiner Schule mehr erst Verskunst gelehrt zu werdenbrauchte, denn der Schüler wuchs über den Lehrer hinaus; kein Stadt-poet konnte mehr einen Unterhalt auf sein Gewerbe gründen, denn Jederwußte sich bald seinen poetischen Hausbedarf selbst zu stellen. Die Em-pfänglichkeit war diesem ErzeugungStriebc gleich, denn noch war es inden A)cr Jahren, als die große Flnth zuerst in unsere Literatur eintrat,nicht ganz so weit wie heute gekommen, daß Niemand mehr gelesenhätte ohne gleich auch zu schreiben. Das erste goldene Stadium warvorüber, wo man Romane gläubig wie Geschichte las, und dem Ein-drücke des Schauspiels sich mit sinnigem Gcmüthe hingab und sich seinerThränen nicht schämte; jenes dritte, wo man sektirisch abgeschlossen er-warten muß, daß Jeder der Gemeinde den heiligen Geist in sich spürt,war noch nicht gekommen; war die mittlere Periode, wo man auchlas, um davon zu reden, wo die Rceensirsucht und das Urtheil an dieStelle der Gemüthsempfängniß trat, ohne daß gerade immer die Eitel-keit des Reproducirens hinzutrat, wo die Tagesunterhaltung über dieLiteratur zu dem Gespräche vom Wetter hinzurückte, und wo man dasgoldene Zeitalter von Weimar im Volke mit dem Wunder bezeichnet,daß da die Mägde am Brunnen sich vom Theater unterhielten. EinenAugenblick bietet diese Höhe des geistigen Bedürfnisses und der literari-schen Gewandtheit, die Ausdehnung des Interesses und der Thätigkeiteinen erfreulichen, ja einen großartigen Anblick dar, und cs fehlt auchin der Periode der Romantiker, die auf diesem Höhepunkte wurzelten,nicht an Folgen und Wirkungen, die wahrhaft bedeutend genannt wer-den müssen. Allein eben so traurig ist auch der Blick auf die Kehrseiteeines solchen gesteigerten Zustandes. Unö Deutschen besonders, meinteGöthe, ist das Besondere und Außerordentliche gefährlich; wir seienverständig und hätten guten Willen für den Hausgebrauch, sobald es