Romamische Dichtung.
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ja politische Bedeutung erhalten, und daß wir auf dem universalisti-schen Wege aller errungenen Borthcile geradezu verlustig gehen, wie esunsere stolze Jugend mit ihren demüthigen Nachahmungen bereits zumerken gibt. Es ist wahr, die Sprachen und Literaturen gebildeter Völkermachen noch größere Eroberungen unter politischer Sklaverei, als imGlanze politischer Größe; Griechenlands und Roms Literatur war nichtam wirksamsten nach außen, als jenes über den Orient, dies über dieWelt herrschte, sondern damals, als Hellas von Rom besiegt war, unddie lateinische Welt von den Barbaren überschwemmt. Allein ohne dievorausgegangene politische Bedeutsamkeit wäre eben auch die literarischenicht erfolgt; und gewiß wird jede Nation jene kleine Eroberung liebermachen als diese größere, und, wenn diese letztere unvermeidlich cintretenmüßte, sie doch nicht früher cintreten sehen wollen, als bis jene elfterevocausgcgangen ist. Dies Alles aber mahnt uns, unsre eitlen welt-bürgerlichen Grillen fahren zu lassen, festzuhalten an dem vaterländischenBoden und trotz aller Ungunst der Verhältnisse keine Anstrengung zuscheuen, uns auch im Politischen die Geltung zu verschaffen, die unsallein das Selbstgefühl geben kann, das uns selbst in der Literatur im-mer abging, und ohne das wir unfern geistigen Erwerb nicht leicht ineinen großartigen Vertrieb zu bringen wagen werden.
Wenn -die Umgriffe unserer Literatur zunächst allerdings durch diegroßen Führer veranlaßt waren, die zuerst den Ruf von unserer Barbareibrachen, so gab doch die Masse und Menge, die ihnen folgte, einen wesent-lichen Nachdruck hinzu. Die Einzelnen würden immer als Ausnahmengegolten haben; allein daß die neur Bildung ein nationaler Besitz warund mehr als in fast irgend einem andern Lande Ausbreitung gewann,das konnte den Fremden die Blüte des Bnchhandelö bezeugen, die un-geheuer steigende Produktion und Konsumtion, die Ausdehnung desInteresses, die Regsamkeit in allen Zweigen der Wissenschaft, und einegewisse Uebung im Lernen und Lehren, im Forschen und Darstellen, diesich hier und da zu einer stereotypen Eleganz hob, im Allgemeinen aberzu einer mechanischen Schreibsucht ausartete, welche das ganze öffentlicheLeben in Deutschland ausfüllt, uns bei dem Ausländer charakterisirtund nicht ohne Ursache lächerlich macht. Man war aus einer altväteri-schen, kümmerlichen Zeit unter den Einflüssen fremder Revolutionen undinnerlicher Gährungen herausgetreten, ein freierer Geist hatte die dunkelnReste des Scholasticismus gescheucht, und das jüngere Geschlecht hattesich des neuen Lichtes in aller seiner Stärke und Wärme zu erfreuen. Eswar, wie Göthe sagte, eine gemachte Zeit, in die die Jünger nun