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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Romantische Dichtung.

Art aller Ausländer dort diätetische Regeln bei uns holte, wo wir selbstan einer Entwickelungskraukheit Niederlagen seit Byron wieder aufdie deutsche Literatur der jüngeren Generation zurückwirkte, seitdem diefranzösische Romantik, die uns erst diente und huldigte, unsere Jugendwieder ihrerseits in Dienst nahm, schien ein gemeinsames Wesen demMittelpunkt der europäischen Dichtung zu bilden, und die nationalenUnterschiede mehr in den äußeren Verhältnissen, als in dem innen:Charakter zu liegen. Chamisso, der ausgewanderte Franzose, der indeutscher Sprache ganz in dem Geiste der deutschen Lyrik schrieb, fühlte,daß er in Frankreich gleich Barbier und Boranger geschrieben habenwürde. Wer indessen die Geschichte der europäischen Literatur im großenGanzen kennt, weiß, daß die Gemeinsamkeit mehr oder minder immerstatt hatte, und daß sie aus andern Zeiten nur vergessen ist, in andernZeiten aber vielleicht nicht so in der Nähe augenfällig war, als jetzt unterder Erleichterung des Verkehrs und der Steigerung des geistigen Lebenszur allbereiten Reflexion und Bewußtheit. Dieser weltliterarische Zu-sammenhang ist daher nur ein natürliches Zeichen von der anregendenBedeutsamkeit und Ausbreitung, die sich jetzt die deutsche, wie sonst an-dere Literaturen, errungen hatte; sie wird, wenn man Beides trennensollte, mehr als eine Frucht und Folge vergangener Erscheinungen, dennals eine Blüte und Keim für künftige Gestaltungen angesehen werdenmüssen. Denn die Entwickelungen des menschlichen Geistes laufen insteten Gegensätzen, und was auf die Weltliteratur im IZ.Jahrh. am un-mittelbarsten folgte, war gerade die schroffe Abscheidung der Nationen;die grillenhaften Hoffnungen, die, scheint es, hier und'da auf dieseuniversalistischen Verhältnisse gebaut werden, wären uns daher unbe-greiflich. Göthe selbst, der in seinem Alter immer wieder auf diese Welt-literatur wohlgefällig zurückkam, hat doch selbst so weise gewarnt vor denRückwirkungen unserer Einflüsse: unser Volk laufe keine größere Gefahr,als sich an seinen Nachbarn zu steigern; keines sei geeigneter, sich aussich selbst zu entwickeln. Und wenn der greise Dichter Recht hatte, aufdie Fortschritte unserer Literatur hinzudeuten, unsere Sprache als eineVermittlerin zu bezeichnen, in der sich alle Literaturen vereinigten, undihr die Erhebung zur Weltsprache zu prophezeien, wenn er uns versprach,daß die Fremden, wie sie schon jetzt so manche Vorurtheile durch unsbeseitigt hätten, immer mehr von uns lernen würden, nationale Be-schränktheit abzulegen und freiere Umsicht zu gewinnen, so müssen wirdoch zu bedenken geben, daß alle diese Siege am besten verbürgt, be-hauptet und erweitert werden, wenn wir immer mehr nationale Festigkeit,