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Romantische Dichtung.
Direktor, allein nach Paul's Ermordung ward es wieder Privatunter- !nehmung und blieb ohne Bedeutung. Eine andere Grenzberührung ha- !ben wir in der französischen Schweiz. In Genf bildete Bonstetten denMittelpunkt eines Kreises, der die Verknüpfung der deutschen mit derfranzösischen, englischen und italienischen Literatur auch äußerlich an dieHand gibt. Er war der Freund von Matthisson und Salis, und erneutein seinem eigenen und in dem Alter der deutschen Literatur noch einmaldie Kindereien der Empfindsamkeit, das süße Taschenspiel mit Geist undHerz, das Schautragen der Gefühle in französischer Geziertheit undKoketterie; und die Anschauungen, die man aus seinen Briefen (anMatthisson und Müller) von diesem Leben erhält, lassen begreifen, daß >
in Geßner's Idyllen doch auch eine Art Natur geschildert ist. Er war '
gerade der rechte Mann, die deutsche Literatur den Fremden entgegenzn-bringen; er hatte die rechte Wärme für ihren Werth, und war überzeugt,daß die deutsche Sprache mit der Zeit alle anderen besiegen würde, „selbstdie alte Hure, wie Voltaire sehr nngalant die sinnige nenne." Die Gen- ,serinnen nur ihn her wollten seit der Erscheinung des Buches snr I'-UIo-m-ig»e alle Deutsch lernen, Italiener übersetzten bei ihm aus Matthisson,Byron belehrte sich bei ihm über die Lyrik dieses Mannes, die Frau vonStack war die Seele seines Kreises, die nicht allein ihren Freund Schle-gel mit sich führte, sondern auch vorübergehend eine Masse Fremde hier-hin zog, worunter die deutschen Romantiker, die Werner, Oehlenschlägeru. A. nicht die Letzten waren. Sie bekanntlich hat mit ihrem Buche überDeutschland zuerst die Bahn gebrochen, in Frankreich aus unsere Literaturaufmerksam zu machen. Es war dabei kein Segen. Gleich anfangs sahman auf dieses Buch hin die deutsche Literatur als eine feindselige Machtan, die der siegreichen französischen trotze; die Uebersetzung von Schle-gebs Dramaturgie ward sogar verboten; weiterhin waren die allbekann-ten Wirkungen, daß sich eine sogenannte romantische Schule in Frank-reich gründete, die nichts angelegentlicher zu thun hatte, als die Ver-zerrungen und Verrücktheiten der deutschen Poesie zu übertragen. Ander Vermittlerin lag dabei sehr viel, die überall blendete und bestach,aber dem ernsten deutschen Sinn weder in Person noch in Schriftenzusagen wollte, und ihn daher auch nicht fassen konnte. Es ging derfranzösischen Nation, so sagte Göthe, mit unserer Literatur, wie demFuchse, der sich aus dem langen Halse des Gesäßes nichts erbeutenkonnte; und es ist wahr, es war ihr nie gegeben, fremde Natur undWesen zu begreifen, doch aber schien sie unsere Unnatur und Unwesendesto eifriger anzunehmen. Auch in England führte die Neugierde häufiger