Romantische Dichtung.
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und Aeußcrungen darüber. Wenn wir uns in der Darstellung dieserPeriode nicht ganz so knapp fassen, daß wir sie in dieser Weise etwa nurGöthe'n gegenüberstellten, so liegt es doch auf der anderen Seite außerunserem Zweck und Plan, sie mit derselben umfassenden Weitläufigkeitzu behandeln, wie das Frühere. Wir geben diesen Abschnitt daher nurals einen Umriß, und dies um so lieber, als für diesen Theil unsererLiteraturgeschichte noch manches Material zurück ist, ohne welches einefaktisch lebendige Darstellung noch gar nicht möglich ist; wir verwahrenuns also ausdrücklich, und geben diesen Theil weder in den Thatsachenund Namen, noch in den Urtheilen für irgend vollständig aus.
Nichts ist natürlicher, als daß, wo sich eine Fülle von Kraft undMaterie sammelt, Umgriffe und Ausbreitung erfolgen müssen. Erinnernwir uns an wiederholte Erscheinungen aus unserer geschichtlichen Dar-stellung, so fällt uns auf, daß am Ende des l8. Jahrhs., wie schon frü-her, unsere Literatur aus verschiedenen Grenzpnnkten der deutschen Lande,von Königsberg, Wien, Hamburg, der Schweiz und dem Rhein aus,gleichsam nach einem Mittelpunkte hinstrebte. An der Scheide der Jahr-hunderte war nach Weimar und Jena fast alles literarische Leben zusam-mcngcströmt. Denke man sich eine kleine Stadt, wo Göthe das Ein undAlles, Herder Prediger, Schiller Thcaterdircktor und Dichter, Wielandund Knebel ehemals Prinzcnerzieher waren, wo sich eine Unmasse vonGelehrten und Literaten der verschiedensten Farben zusammendrängte, diesich einen Ruf gemacht haben, so wird man nur schon aus den Namenschließen müssen, daß der Ruhm, den Weimar als das deutsche AthenpricS, nicht eben grundlose Prahlerei war. Hier waren Musäus undVölliger Gymnasialprofessorcn, Vulpius und Riemer Bibliothekare,Seckendorf und Einsiedel Hofleute; Meyer und Bode, und so viele an-dere Schriftsteller, Stephan, Schütze, Peneer, Falck, Eckermann, warenhier angcsiedelt, Kotzcbue hier geboren; die ganze fremde Welt und Lite-ratur ward hier nahe gebracht, und früher und später, als Göthe undSchiller französische Stücke übersetzten, hatten Bertnch, Jagemann undFernow nach einander das Italienische und Spanische vermittelt, wasnachher Gries und Schlegel in Jena in gesteigerter Vollkommenheit fort-setzten. Unsere Frauen zündeten an dem Feuer, das hier loderte, undgaben der ganzen weiblichen Literatur von hier aus den stärksten Antrieb.Amalie Lndccus (A. v. Berg) war hier Hofdame, Frau von Wolzogcn,die Verfasserin von Agnes von Lilien, war Schiller's Schülerin, Amalievon Hclwig, Wilhclmine Gcnsicken (W. Willmar), Luise von Ahlfeld(^- Elise Selbig) waren in oder bei Weimar geboren, Johanna