Gmicinsciiiie Thätigkeit.
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und Lebenskcnntniß, das Unentbehrlichste für eine materiellere Dichtung,ganz abging, der schilderte gerade das Allgemeine des großen Weltlebensab. Der ideale Dichter fiel auf die Gegenstände ans der thätigen undrealen Welt, in denen es so leicht war dem Stoffartigen zu verfallen,ja man kann sagen, daß sein dichterisches Wirken ans einer Einsichtswahlund dem Streben nach einem praktischen Ziele ruhte; ganz umgekehrtGöthe, der seine realistische Dichtung in Regionen nmtrieb, die demIdeal viel näher zu halten waren. Empfindungen und Gemüthszuständegehören der gemeinen Welt viel weniger an, in ihren Schilderungenhielt sich die Dichtung fast immer im Reich der gesteigerten Natur aufund irrte vielfach in das Phantastische und Spiritualistische hinüber/wie gleich die Göthe folgenden Lyriker so vielfach bewiesen: dem entgingGöthe ganz durch seine reine und unverschrobene, praktische Natur.Welthandel und Historie ziehen im Gegcntheile zu einer trockenen Be-handlungsart und zur Prosa herab, wie es gleich die ganze Masse histo-rischer Dramen belegt, die sich aus Schiller aufbante: dem entging Schil-ler durch das „Etwas, das in Allem für die Poesie spricht, durch denSamen des Idealismus, der es hindert, daß das wirkliche Leben mitseiner gemeinen Empirie nicht alle Empfänglichkeit für das Poetische zer-störe." Es sähe dem Mann des Geistes und der Idee viel ähnlicher, daßdie Literatur und die inneren Bildnngszustände, dem Manne der An-schauung und des Lebens, daß die politische Welt sein Talent bestimmtund gerichtet hätte; der Fall war aber umgekehrt. Göthe hat für dieLiteratur und literarische Kultur ungefähr die Bedeutung, wie Schillerfür die politische, jener für die Naturphilosophie wie dieser für geschicht-liche, und wenn sich Göthe in dem, was er den jungen Dichtern ward,ihren Befreier nennen wollte, so ward dies Schiller den jungen Patrio-ten; die Weltliteratur hat mißverstehend einen Leitstern an jenem gefun-den, die Weltrepublik kann es an diesem. Es lag ganz auf Göthe'sWege, des Lobredners der Geschichte, des Mannes, der eine Art Mustervon Biographie geliefert, daß er dem Leben der Geschichte wie aller sonsti-gen.empirischen Welt die gleiche Empfänglichkeit entgegengcbracht hätte,und auf dem Wege des vereinsamten Schiller's, der das große Ganzeder Geschichte mißkannte und produeirend sie im Einzelnen mißhandelte,daß er mehr in sein Inneres hinabgetaucht wäre, um Dichtungsstoff zusuchen; aber es war das entgegengesetzte Verhältnis Im großen Maß-stabe gedacht, ist die göthische Dichtung mehr persönliche, die schiller'schemehr historische Gelegcnheitsdichtung, und wenn sich Beide selbst wieObjekt und Subjekt von einander unterscheiden, so dreht sich das