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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Gemeinsame Thätigkcit.

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Bestimmung bewußt sei. Schiller dagegen fand den tugendhaften Un-glücklichen seines Neides wcrth, der mit der göttlichen Majestät desGesetzes unmittelbar verkehrt, und, da seiner Tugend keine Neigunghilft, die Freiheit des Dämons noch als Mensch beweist. Aber das gött-liche Gesetz unbewußt im Busen zu tragen, würde Göthe'n das Reizenderegewesen sein. Gerade so stellte sich ihr Unterschied in der Dichtung.Schiller fühlte das Verkehrte und Kalte, als die Romantiker die Kunstder Natur so gegenüberstcllten, als ob diese vom Bewußtlosen zum Be-wußtsein, jene vom Bewußtsein zum Bewnßloscn übergehe; er priesalso diesen ästhetischen Sündenfall nicht absolut, fand aber doch, daß dasBewußtlose mit dem Besonnenen verbunden denDichter auömache, sowiees überall den vollendeten Menschen ansmachen wird. Denn angegebenist dieser Grenzpnnkt gewiß richtig, wenn er nur auch so leicht zu findenwäre. In der Ausübung wird er überall fast überschritten und verfehltwerden, und Schiller selbst ist auf die Seite der Besonnenheit, wenigstenspraktisch, zu sehr vorgeschritten, während Göthe sich gelegentlich auchtheoretisch geradezu auf die Seite des Instinkts schlug: Alles, was dasGenie als Genie thue, geschehe unbewußt, und was es nach gepflogenerUcberlegung, aus Ncberzengung thue, geschehe nur so nebenher. Diesist denn auch im Moralischen, wie überhaupt in den ganzen Lebensrich-tungen beider Männer, die Scheidelinie. Beide waren hier konsequent,wo sie es vielleicht nicht hätten sein sollen. Denn sollte auch das gleicheGesetz über dem Geiste und dem Willen, über dem ästhetischen und mo-ralischen Vermögen walten, so wird doch bei den unvermeidlichen llebcr-tretungen jener schwierigen Mitte das Verhältnis; ein umgekehrtes; es istder Dichtung vielleicht ein Ruhm, daß, weil sie bewußtlos ausströmt,Tugenden und Fehler ihr nicht anznrcchneu sind, denn ihr Zweck verlangtes nicht, daß sie sich zum Bewußtsein hebe; nicht so ist es mit dem mo-ralischen Willenj der erst mit der Freiheit Antritt. Auf dieser Seite wirddaher Beiden zum Lob oder Tadel, waS ihnen auf dem dichterischenWegeumgekehrt Tadel oder Lob war.

Wie schwer auch dem Ncberlegensten das Verweilen auf jener Mitteist, die Versöhnung der äußersten Gegensätze der menschlichen Natur be-zeichnet und eine höchste Spitze bildet, die eben als eine solche vielleichtnur berührt, nicht bewohnt werden kann, dies belegen unsere beidenDichter in außerordentlich lehrreichem Beispiele. In ihren Theorien undletzten Grundsätzen strebten Beide nach jenem Punkte hin, wo sich diegegensätzlichen Triebe der Freiheit und Sinnlichkeit vereinigten; aber dieGebrechlichkeit und Mangelhaftigkeit der menschlichen Natur, die das

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