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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Gemeinsame Thiiligkeit.

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behaglicher hier, das Gemüth ist aufgelöst in der Liebe, da es dagegen inder Achtung angespannt ist." Dies wird genau die Eindrücke bezeichnen,die Beide als Schriftsteller wie als menschliche Wesen machen: werSchiller's Natur zu lieben sich gezwungen fühlt, wird doch selten überdie Achtung hinanskommen; wer Göthe auch scharf zu beurtheilen sichgenöthigt sieht, wird doch, wenn ihn nicht blinder Eifer treibt, wahr-haftes Wohlwollen und Hinneigung wohl damit vereinigen können,denn, fo wie Shakespeare von Antonius sagt, seine Fehler sind lockendund glänzend, unanrechenbar, mehr angeboren als verschuldet, ohneWillkür erworben, aber auch freilich ohne Willkür geduldet. Auf derSpitze und in jener Grellheit, die uns Göthe's anfängliche Abneigunggegen Schiller erklärt, erscheinen diese Gegensätze in mehrfachen Aeuße-ruugen des Letztem, wo er ganz zu der kantischen Strenge zurückfällt.Die Harmonie mit der Natur, die Göthe'n den vollkommenen Menschenzu machen schien, weil er unter Natur nie das empirisch Physische ver-stand, macht in Schiller's Ansicht den Menschen blos zu einem geistrei-chen Produkte derselben, die Freiheit aber macht ihn zumBürger eineshöhern Systems, wo es unendlich ehrenvoller ist, den untersten Platzeinzunehmen, als in der physischen Ordnung den Reihen anzuführen."Den Sündenfall erklärte er gelegentlich für das glücklichste Ereigniß, dennvon diesem Abfalle vom Instinkte schreibe sich die Freiheit des Men-schen, also auch die Möglichkeit der Moralität her. Aber um so großenPreis würde Göthe'n die Moralität zu theuec gekauft scheinen, dieentbehrlich war im Naturstand und in jener goldenen Zeit, wo erlaubtwar, was gefiel. Ihm mußte der schiller'sche Ausspruch mißhagen, denwir schon oben gehört haben, daß man auf Gefahr der Rohheitund Härte hin die schmelzende Kraft der Schönheit lieber entbehrenwürde, als sich ihrem erschlaffenden Lurns bei allen ihren Vortheilen hin-zugeben; denn er gab ja die großen Entwickelungen der Menschheit in derReformation und Revolution preis um den Frieden der iunern Bildungdes Einzelnen. Göthe setzte sich, realistisch wie er war, in seinen letztenAussichten über die Bedingungen der Wirklichkeit weg; er mochte sichein Wohlverhalten denken, das von einem Wohlsein abhängig wäre, undan seine Fersen hefteten sich die Romantiker und St. Simonianer, diediesen Bund in Aussicht nahmen; eine Sekte, deren Schritte Schiller beiihrer Geburt ahnte, einen Bund, den er ins Angesicht Lügen strafte.Gleich bei Anfang der neuen ästhetischen Sitte der Romantiker fühlteSchiller, vielleicht strenger als Herder, der es ihm nicht anrechnete, dieüble Wendung dieser Männer, die das moralische Princip in der Kunst