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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Gvthc.

Kampfe zu erreichen ist, mußte das Trauerspiel ausschließlich Zusagen,dessen eigentliche Aufgabe die Schilderung eben dieses Kampfes ist.Göthe wehrte sich vor der alten Schicksalstragödie, wo der Mensch vollTrieb und Willen, im Unmaß ausschreitcnd, leidet, und vor der dermittleren Zeiten, wo der Held leicht duldet und entsagt, weil der Höchstegelitten und im Handeln gleich anfing zu dulden; ihm gab cs eine holdeMittelart zwischen beiden, an der Schicksal und Glauben kein Theil hat,wo in der Brust des Menschen alles Heil liegt: die ihm cigenthümlicheHerzenstragödie. Schiller aber würde sie an die Grenze der Rührtragödiegeschoben und mit dieser verworfen haben, die blos die Sinne rührtdurch Leiden, ohne moralischen Widerstand zu zeigen, sowie er auch derengegensetzliches Ertrem, die heroische Tragödie der Franzosen, verwarf,in welcher moralische Siege ohne sinnliche Leiden erfochten werden. Göthescheute jene Koncentrationen der produeircnden Kräfte ans Einen Punkt,die das Trauerspiel verlangt, aber Schillcr's energischer und angespann-ter Thätigkcit schien sie gerade ein Bedürfniß zu sein. Göthe's Vertrauenzu dieser Gattung wich mit dem Besinnen, daß sie ihm in ihrer strengenGestalt nicht geglückt sei; Schiller'n blieb gerade die Zuversicht zu ihr,wie in der Jugend, so später, fast ganz unerschüttert. Er, der sich dieRettung der modernen Kunst so angelegen sein ließ, fand eben dieseGattung die einzige, in der wir uns noch mit dem Alterthume messenkönnten; ihre Zcitgemäßhcit war ihm ein ganz anderer Sporn alsGöthe'n.Müssen wir Neuern, sagte er, wirklich Verzicht darauf thnn,griechische Kunst je wieder herzustellen, da der philosophische Genius desZeitalters und die moderne Kultur überhaupt der Poesie nicht günstigsind, so wirken sie weniger nachtheilig aus die tragische Kunst, welchemehr auf der Sittlichkeit ruht. Ihr allein ersetzt vielleicht unsere Kulturden Raub, den sie an der Kunst überhaupt verübt." Wirklich ist es inder Geschichte der Tragödie überall augenscheinlich, daß sie in ihren An-fängen, wie da, wo sie am größesten und unabhängigsten ist, der ver-derbten Gegenwart gegenüber eine sittcnreformatorische Tendenz annimmt.Das hat das Alterthum gewußt; das haben die obsruren deutschen Tra-göden des 17. Jahrhs. schon ausgesprochen, das hat Shakespeare nichtallein gesagt, sondern seine größten Meisterwerke sind wie eine moralischeGallerie geordnet, in der er des Menschen Leidenschaften und Laster andie äußersten Punkte rückt und warnend die erschütternden Bilder desStolzes und Ehrgeizes, des Jähzorns und der Unentschlossenheit, derLiebe und Eifersucht, der Verleumdung, Falschheit und Treue, des Geizesund der Verschwendung aufstellt. Die Wendung, die Göthe und Schiller