Gemeinsame Thätigkeit.
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in die Zeiten der Sentimentalität geworfen, in denen die Tragödie anihrem natürlichen Orte steht, war er mit seiner Stellung und dem Sternseiner Geburt so zufrieden, wie Göthe unzufrieden; er verfocht einenWerth der modernen Dichtung, und ihren Fehlern und Gebrechen sah erdie günstige Seite ab. Von dem poetischen Drange der Gegenwart ein-mal ergriffen, mit dem Bedürfnisse der Zeit in Einklang gebracht, ver-folgte er seine dichterische Laufbahn mit einer Energie, der nichts zu ver-gleichen ist, und er schaffte sich selbst mit Gewaltstreichen Bahn durchdrückende Verhältnisse, durch Zwang, durch Noth und Krankheit, durchBrodstudien, durch die Umwege der Wissenschaften und die Belästigungender Politik, Hemmungen, die er theilweise in Förderungen verwandelteund seiner Dichtung, wie schwer dies war, znm Dienste zwang. Göthe,immer zweifelnd im Einzelnen, und im Ganzen des rechten Weges sobewußt und sicher, konnte sich an nichts, auch nicht an Schiller's müh-seligem Ringen trösten und zusammcnraffen; Schiller, hier und dazweifelnd an seinem dichterischen Berufe im Ganzen, in der einzelnenBeschäftigung aber rastlos und freudig, ließ sich selbst dann nichtirren, als er Göthe's Leichtigkeit bewunderte, mit der er nur amBaume schüttle, um sich die reifsten Früchte zusallen zu sehen, währender selber mühsam sammelte und pflückte; sein Ziel schien ihm deut-licher und lockender zu werden, als er es ferner vor sich sah. SeineStrebsamkeit gewährt daher das seltene Schauspiel, zu sehen, was einkräftig ringender Mann, mit seiner Natur im Kampfe, im Einklang mitseiner Einsicht und mit den Verhältnissen zu erreichen vermag. Er warder eigentlich denkende Künstler, wie ihn unsere verständige Zeit bildenkonnte. Denn die geistigen Kräfte waren in ihm die repräscntirenden,und seine Anschauungs- und Einbildungskraft war diesen mehr unter-geordnet. Keine der Bildungen der neuen Welt war ihm gleichgültig,er knüpfte sie an seine Dichtung an, und konnte mit dieser nur auf jeneGattung fallen, die, in den Epochen der Kultur entstanden, den Ideen-gehalt nicht ausschließt, und im Gegensätze gegen die erschlaffte moralischeKraft in den Zeitgenossen die moralische Großheit der Vergangenheitaufdeckt. Er sah in der Tragödie den letzten Zweck aller Kunst erreicht,und dieser Zweck hieß ihm Darstellung des Uebersinnlichen, der morali-schen Freiheit des Menschen. Dem Manne, der vor dem ruhigen Glückeden Kampf der Unabhängigkeit des Menschen mit Natur und Schicksalschätzt und preist, dem es minder darauf ankam, daß unsere gesummtenKräfte im ebenen Gleise des Lebens Uebung finden, als daß wir zu demhöchsten Bewußtsein unserer moralischen Natur gelangen, das nur im