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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Göthe.

aber verschuldete als Dichter Manches," er hat sichnicht verrechnet, aberoft verzählt;" neben dem Gelungenen und Großenläuft so Manchesunter, mit dem man sich nicht befassen mag;" wie ein Dilettant trieb erso Vielerleinur halb, als Spiel und Zeitvertreib," und doch verachteteer den vollendeten Charakter des Dilettantismus so tief, und wieder saher so schön ein, wie doch nur ein Anflug von Dilettantismus frei hältvon jedem Zunftwesen und dem Zwange der Tendenzen^). Es läßt sichauf ihn anwenden: daß er den Stein der Weisen in der Dichtung ge-funden habe, daß aber der Weise dem Steine mangelte; Körper undWahrheit ist unübertroffen in seinen poetischen Leistungen, aber manvermißt oft Geist und Freiheit, die Begleiter großen Bestrebens. Er schuf,so gut es gehen wollte, er beugte sich dem Jahrhundert und gehorchtedem Drang des Talents; Zeit und Zeitgenossen verleideten ihm dieDichtung der Neuern, dennoch nöthigte ihn ein unwiderstehlicher Triebzum Hervorbringen, und es war ihm doch auch lieb, einmal durch Schil-ler gerechter oder billiger gegen die neuere Welt und ihre Leistungen ge-stimmt zu werden. Aber im Ganzen behielt er doch sein Mißbehagen analler neuern Kunst bei; die leidigste Erfahrung hatte ihm eingeprägt,was Schiller in der Reflexion fand, daß der naive Dichteraus diesermodernen Societät nicht hervorgehcn könne, daß er nicht mehr an seinerStelle sei, daß er wild laufe, und nur durch ein gutes Geschick vor demverstümmelnden Einflüsse der Verhältnisse gesichert werden könne." DieseMißgunst der Zeit lastete auf Göthe sein ganzes Leben lang, und werdem großen Manne nachempfinden kann, wie er sich jenseits der Last allerKultur zurückwünschte, wie er, unter der Masse des Wissens und Lernenswie ein Atlas gebückt, aus freier Brust die Stimme des Gesangs zuheben trachtete, der wird seine fahrlässige Behandlung aller Dichtung,sein Leivwesen an aller neuen Kunst, seine Sehnsucht nach dem unter-gegangenen Alterthume mit andern Augen ansehen, als die blinden Ver-ächter, die, was sie tadeln, nicht verstehen, und warum sie tadeln, nichtwissen.

In allen Theilen bildet Schiller's Dichtercharakter gegen diesengöthischen den schlagendsten Gegensatz. Er war zum ächten Tragikergeboren, wie Göthe zum epischen Dichter. Diesseits aller formalen Poesie

91) Was willst du, daß von deiner Gesinnungman dir nach ins Ewige sende?

Er gehörte zu keiner Innung,blieb Liebhaber bis ans Ende.