Gemeinsame Thätigkeit.
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I Nachahmung behauptend. Das monologische Ausströmen seines Glückes' lag in jenen Elegieen in der Naivetät vor, wie in den alten Mustern;und doch waren sie wieder dem neuen Begriffe der Elegie so fein nahenahegerückt durch den Strich von Wehmuth, de» der Rückblick ans dasnntergegangene Rom und das Glück des AlterthumS, das nur in demI Einzelnen fortdanert, darüber breitet. Diese Stücke sämmtlich zeigen die^ Schönheit der Naturanlage in leichter Anmut, wo Schiller's Gedichtedieser Zeit die Energie des Geistes in Anstrengung achten lehren; sieverherrlichen die unmittelbare Naturkraft, mühlos darlegend, was dem^ Dichter unwillkürlich gelang, der dem Streben nach Erkenntniß überallabhold war, da er wußte, wie oft die That und Ausführung Anderes> hervorbringt, als die Absicht wollte. Wir fühlen eS durch, hier ist die
^ Kunst ein Besitz, wenn sie bei Schiller oft ein Erwerb scheint; denn sie
I ist nur da recht heimisch, wo sie auf Jugend und Natur trifft, die Göthe
all sein Leben in sich aufrecht erhalten hat; hier bleibt die Dichtung rein! auf sich selber ruhen, genügt sich in sich allein, bedarf des habsüchtigen
» Blickes nach anderen Gebieten nicht; die Muse allein „hat, nach Apollo's
^ Wunsche, den Dichter im Stillen erzogen, und das Siegel ans seine
Lippen gedrückt"; hier ist die Klage über allzu große Wahrheit der Em-^ pfiudung vielleicht gerechtfertigt, gewiß nicht über Gemachtheit undZwang. Das Verhältniß ist zwischen den Gedichten der Beiden, wie esso vielfach zwischen ihren Begriffen ist: der Unterschied des Daheimseins, und der Rückkehr. So schreibt z. B. Schiller der Grazie die Leichtigkeit
! zu, als ob der bloße Instinkt aus ihr spräche; bei Göthe würde dies
heißen: womit sich der Instinkt bewegt; und dies Als ob und Womit,kann die ganze Verschiedenheit beider Dichtungen erklären, wovon die1 eine im und die andere außer und über dem Leben steht. Und dabeimuß man nur nie vergessen, daß die Dichtung fast aller Zeiten undVölker dieser letzteren Gattung viel gewöhnlicher augehört, als jenerelsteren, und daß, wenn wir blos diese der Wirklichkeit nähere preisenwollen, wir uns leicht aus einer Unart unserer prosaischen und phlegma-; tischen Natur ertappen könnten, die der Anstrengung die Behaglichkeitvorzieht. Denn nur unter der Einen Bedingung, die Göthe selber stellte,leistete diese naive und natürliche Kunst das Höchste, daß sie ihre Gegcn-, stände aus der beschränkten Wirklichkeit heraushebt und ihnen in eineridealen Welt Maß und Würde gibt.
Der Musenalmanach von >797 ist durch nichts berühmter geworden,als durch die Leuten^). Hier traten Beive zu einer gemeinsamen
87) E. Boas, Schiller und Göthe im Tenieiikampfe. 2 Thle. 1851. Saupe,