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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Göthe.

Zerstreuung nicht zuträglich war zu größereu Leistungen, und daß ihmeine Conceutration nöthig war, wenn er zur Poesie rückkehreu sollte,für die der Drang in ihm wieder plötzlich lebendig ward, sobald erdie Spekulation verabschiedet hatte. Das Jahr 1795 brachte seiner ly-rischen Dichtung eine neue Periode. Hier trat die Anschauung und Ab-straktion, wie Göthe sagte, in vollkommenes Gleichgewicht, ehe nachherseine Abwendung von der Philosophie stets entschiedener wurde.

Wer den Erzeugnissen Schiller's aufmerksam gefolgt war, demkonnte seine Rückkehr zur Poesie kaum auffallen. In dem Manne, derin seinem ersten Dichtungswerke schon den Hang zur Spekulation, undin seinem zweiten die Neigung zur Geschichte so entschieden verrieth,konnte die durch so mächtige äußere Hebel geförderte Beschäftigung mitPhilosophie und Historie nicht überraschen; und wieder in seinen histo-rischen und philosophischen Schriften konnte es dem schärferen Augenicht entgehen, daß dies Alles ohne Fach - und Berufsliebe geschriebenwar, und daß der Dichter überall wieder herausblickte. Die Verbin-dung von Philosophie und Poesie, von Gedanken und Bild, Reflexionund Anschauung ist in den Ausgängen der Dichtungsgeschichte ein Sta-dium der Entwickelung, so unvermeidlich, wie dieselbe Verbindung inden Anfängen der Philosophiegeschichte ist. Dem Deutschen, wie unsaus früheren Zeichen unserer Geschichte klar ist, ist sie vorzugsweiseeigen; der Hang zur Abstraktion, das Streben, Empfindungen mitIdeen zu paaren, ist ihm natürlich, und es ist charakteristisch genug,daß dieser Dichter der Liebling des Volkes ward, der jene Verbindungam innigsten knüpfte, der das Band zwischen der Dreiheit: Wahr undSchön und Gut, am engsten schürzte, die im Munde der Nation einSprichwort geworden ist. Dieser Fortschritt muß weiterhin nothwendigin der Kunst zum Rückschritte führen, und er bildet daher unstreitig diegefährliche Spitze in der Geschichte der Kunst; aber es liegt in demMenschen dies Wagniß der Kultur und des Geistes, es ist seiner freienNatur unerläßlich, ins Ziellose sortzuschreiten, und sich selbst zn über-bieten. Göthe hatte die Nation im Grunde auf jenen ästhetischen Stand-punkt gestellt, den Schiller als das Werk der Kunst bczeichncte: er hattedie Dichtung als die Vorbereiterin der Bildung behandelt; ein Weg-bahner für aufgeklärte Erkenntnisse und Anschauungen in der Natur, Re-ligion und Wissenschaft, ein Ordner und Regler des sinnlichen Wohl-seins, als des Grundes aller ächten geistigen Entwickelung, hat er dernatürlichen Empfindung Sprache und Ausdruck gegeben, und die Le-benskräfte auf das natürlich Verständige und Gesunde gerichtet. Aber