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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Gvthe.

in die Wagschale zu lege», dem Ernst der Kunst einmal Genüge leistenzu dürfen, indem sie sich gegenseitig zum Muster und Beispiel nahmen,und ihre großen Anforderungen zuerst zu befriedigen strebten. Besonderswar es Schiller, der, seit er der Kunst jene großen Begriffe untergelcgthatte, unablässig bestrebt war, sie allen Einflüssen des Gemeinen zu ent-ziehen; und wer sich in die Alltagsliteratur jener Zeit so im Umfange,wie Schiller eine Zeitlang gethan, cingesenkt hat, der wird ihm nach-fühlen, warum er so ganz entschieden in die Gebiete des Ideals ab-lenkte, wo er vor allen herabziehenden Berührungen sicher war. Die Dich-tung zum bloßen anmuthigcn Spiele zu machen, sie zur gemeinen Unter-haltung zu misbrauchen, sie zur moralischen Lehrerin umzuschaffen, demAllen wehrte er gleichmäßig, sowie er seit seiner Reformation einen ge-wissen Adel der Sprache noch bestimmter anstrebte, als sonst. Von dieserformalen Seite sind die Horen wirklich epochemachend geworden. Manfaßte jetzt von Göthe's und Schiller's Prosa aus in weiteren Kreiseneinen Begriff von ästhetischer und philosophischer Schreibart; und wasauch Lessing und Andere Einzelnes vorgearbeitet hatten, so trat dochhier zum ersten Male eine Reihe von Aufsätzen zusammen, die in Deutsch-land, wo keine Akademie Muster aufstellte, für gesetzmäßig gelten konn-ten, und wo die Uneleganz schwand, an der die besten Schriftsteller frü-her gelitten hatten. Erst hier war eine eigentliche Niedersetzung desStiles und des Geschmacks gegeben, die unsere Sprache wohl nochlangehin in dem Zustande erhalten wird, in de» sic damals gebrachtward, und mit dem sie ihre klassische Periode begann. Von jetzt anstrebten die Schüler dieser Zeit nach formaler Vollkommenheit, und eSfolgten die Zeitschriften der Romantiker, die im großen Abstich den frü-heren trivialen und nachlässigen Vertretern des alten Regimes gegen-überlicgen. Der Ruhm, der in dieser Hinsicht den Horen gegeben ward,gebührt indessen vorzugsweise Schiller's philosophischen Aufsätzen; undes scheint, eS hätte unsere Philosophie dort außer der Fruchtbarkeit derBehandlungsart auch diesen Stil stndiren dürfen, der überall zwischenGedanken und Ausdruck ein so reines Abkommen trifft. Denn in wissen-schaftlichen und abstrakten Gegenständen wird diese Schreibart durchihre vereinte Schönheit und Strenge, durch die Geschlossenheit deö Ge-dankens und das anmuthige Kleid, das sie ihm leiht, durch Klarheit undFülle zugleich immer voller Anregung sein, während sie, auf Materieneines lebendigen Interesses gewandt, wohin sie Gcntz übertrug, wo wir denRedner mehr als den Weisen hören, und wo wir darum die unmittelba-ren Schläge des Herzens neben den Nathschlägen des Kopses wahrnehmcn