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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Gvthc.

fettiges Eigenthum über: es wollte der Eine seine kritische Dichtungverlernen, und meinte unter des Andern Einflüssen die Fehler abzulcgen,an die ihn die spekulative Thätigkcit gewöhnt hatte; der Andere meintezuletzt, ganz gegen seine sonstigen Ucberzeugungen, mau arbeite weitanders aus Grundsätzen als ans Instinkt; sie gelangten im Verständnisseüber die Grundsätze der Kunst so weit, daß sie Aufsätze zusammen ent-warfen, und in der Ausführung gingen sie so in ihre Manier gegenseitigein, daß man anonym erschienene Abhandlungen in den Horen ver-wechselte. Der rastlose Trieb des Schaffens in Schiller und die unendlicheMaterie in Göthe vereinten sich zu gegenseitiger Unterstützung. WennJener, mit seiner ungestümen Lust zu gestalten und den Stoff des Lebensund Lernens zu formen, Göthe'n gegenüber dieenge Familie seinerBegriffe in eine kleine Welt zu erweitern" strebte, so behielt er immernoch Anregungskraft genug, um Göthe's großen Jdeenkreis rastlos undneidlos in Bewegung zu setzen; wenn Göthe, dem Vieles gelungen war,und der über Vielem brütete, den Kreis seiner Entwürfe noch so sehrausdehnte, so blieb ihm doch, da diesedas Maß menschlicher Kräfteund ihre irdische Dauer überstiegen. Manches übrig, was er bei Schillerdeponiren und dadurch unterhalten und beleben wollte." So ward jenesgoldene Wort allerdings Wahrheit, mit dem er ermahnte, daß sie ihrSein und Wollen als Ein Ganzes denken möchten, um ihr Fragmenta-risches zu vervollständigen; so wie Schiller in seinen Theorien überalldas Einseitige ihrer Richtungen durchfühlte, so Göthe in der Anschauungihrer Naturen.Schiller's ideelle Tendenz, sagte er, konnte sich meinerreellen sehr wohl nähern, und weil Beide vereinzelt doch nicht zumZiele gelangen, so traten beide zuletzt in lebendigem Sinne zusammen."Was aber nun auch aus diesem Zusammenwirken, das auf beiden Seitendurchaus, selbst für das hämischste Auge, durch kein Wölkchen der Miß-gunst und Eifersucht getrübt ist, einzelnes Gute erfolgte, das ist geringgegen das, was ein solches Verhältnis! an sich Lehrreiches und Erbau-liches an sich trägt, mit dem sie, wie Humboldt sagte,ein bis dahinnie gesehenes Vorbild aufgestellt und auch dadurch den deutschen Namenverherrlicht haben." Es lehrt uns, jene Totalnatur des Menschen nachdem Muster dieser Männer als das Ziel unseres Strebcns im Auge zuhalten, nicht ausschließlich die Richte, in die uns unsere individuelleNatur gerade geworfen hat; es lehrt uns die Einseitigkeit preisgebcn,mit der wir uns häufig in eitlem Gezänke zwischen beide Dichter Parteien.Der große Gegensatz von Realem und Idealem, von Sinn und Geist,ans den uns die Betrachtung Beider immer wieder zurückführen wird,