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Schiller und Gvthc.
riellen Zufälligen, reine Sclbstthätigkeit ohne Beimischung eines Leidens.Zwar gibt es von der Abstraktion einen Rückweg zur Sinnlichkeit, dennder Gedanke rührt die Empfindung, aber wir unterscheiden bei der Er-kenntniß die Empfindung als etwas Zufälliges. Bei der Schönheit nichtso. Es ist hier keine Suecession zwischen Leiden und Thun, die Reflexionzerfließt hier mit dem Gefühle, daß wir die Form unmittelbar zu em-pfinden glauben; die Schönheit ist Gegenstand für uns, weil dieReflexion die Bedingung ist, unter der wir eine Empfindung von ihrhaben; zugleich ist sie Zustand unsers Subjekts, weil das Gefühl dieBedingung ist, aus der wir eine Vorstellung von ihr haben. Sie istForm, weil wir sie betrachten, und zugleich Leben, weil wir sie fühlen;sie beweist uns, daß das Leiden die Thätigkeit, Materie die Form nichtausschließt, die Beschränkung nicht die Unendlichkeit. Und nur sie allein-beweist es; nur durch sie wird die Vereinbarkeit beider Naturen, dieMöglichkeit der erhabensten Menschheit bewiesen. Die ästhetische Stim-mung gibt der Freiheit erst die Entstehung, daher kann sie nicht aus ihrentstehen und folglich keinen moralischen Ursprung haben. Sie ist Ge-schenk der Natur, die Gunst der Zufälle löste die Fesseln des physischenStandes und führte den Wilden zur Schönheit; sic fand sich zuerst inder glücklichen Zone, wo ein leichter Aether die Sinne öffnet, und diesiegende Form schon die niedrigste Natur veredelt. Wodurch sich schonbei dem Wilden der Eintritt der Menschheit verkündigt, ist die Freude amSchein, die Neigung zu Putz und Spiel; die Gleichgültigkeit an derRealität und die Freude am Schein ist ein Schritt zur Kultur, der vonFreiheit zeugt, denn die Realität ist das Werk der Dinge, der Scheinder Dinge ist des Menschen Werk. Den ästhetischen Schein, den manvon der Wahrheit unterscheidet (nicht den logischen, den man mit ihrverwechselt), ihn, der Spiel und nicht, wie dieser andere, Betrug ist,verachten, heißt alle Kunst verachten, und dies thut der Verstand häufig,dem nur das Reelle gilt. Dem Spieltriebe, der am Schein Gefallen findet,folgt sogleich der Bildungstrieb, der den Schein als etwas Selbständigesbehandelt. Sobald der Mensch Schein von Wirklichkeit, Form vonKörper unterscheidet, sondert er sie auch ab; mit dem Vermögen zurForm ist also das Vermögen zur nachahmcndcn Kunst gegeben. Da allerSchein von dem Menschen als darstellendem Subjekte sich herschreibt, sobedient er sich blos seines Eigenthumsrcchts, wenn er den Schein vondem Wesen zurücknimmt und nach eigenem Gesetze mit ihm schaltet; erübt ein freies Herrscherrecht in der Kunst des Scheines aus, aber auchnur in ihr, nur in dem wesenlosen Reiche der Einbildungskraft. Der