Philosophie. (Schiller).
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sich mit freier Wahl anschlicßcn möchte. Dieser Umstand gab ihm zu-nächst die Einkleidung und den Ausgangspunkt ein, den er in den Briefenwählte, und hierbei müssen wir einen Augenblick verweilen, weil diesunbegreiflicherweise für eine nichtsbedeutende Form, sowie schon derTitel für eine hohle Ueberschrift gehalten worden ist, da doch in der Thathier ein wesentlicher Aufschluß über Schiller's Natur zu suchen ist, dieihn keinerlei Einflüssen der Zeit fremd ließ, und die es bedingte, daßseine poetischen Werke, wenn mau sie an sich noch so wenig schätzenwollte, als ein Spiegel des Jahrhunderts erscheinen, und über die ästhe-tischen unmittelbaren Wirkungen hinaus andere Einflüsse mittelbar geübthaben, in der Weise, wie er selber kurz vorhin der Dichtung solche Auf-träge zu «vernehmen gestattete. Daß Schillcr'n die politischen Ereignisseder Zeit außerordentlich beschäftigten, haben wir schon oben aus seinerAbsicht für Ludwig XVl. zu schreiben, und aus seinen historischen Ar-beiten bemerkt, die der Revolution gegenüber die ähnlichen Bewegungenanderer Zeiten und Völker zu schildern suchten. In der Zeit, da Hum-boldt seine Schrift über die Grenzen der Wirksamkeit des Staates schrieb,beschäftigte sich Schiller förmlich mit ähnlichen politischen Gegenständen,und die wenigen Sätze, die sich in den ästhetischen Briefen politisch be-ziehen ließen, scheinen auf Gentz einen fruchtbaren Eindruck gemacht zuhaben. Schon die Zueignung der Briefe ist von Bedeutung. Sie sinddem Herzog Christian Fr. von Holstein-Augustenburg zugcschriebcn, dersich in diesen Jahren, als Schiller eine schwere Krankheit mit Müheüberwunden hatte, mit Schimmelmann durch eine höchst edle Unter-stützung um die freie Muße des Dichters verdient machte. In Schiller'sDanksagungsschreiben, das nun bekannt geworden ist, erfahren wir inausdrücklichem Zeugnisse, wie der Zwang der Noth auch in ihm die Ent-faltung seines Geistes gehindert hatte, wie er in der Zeit, die er zu seinerAusbildung hätte verwenden wollen, zu gesteigerter Thätigkeit und zueiner Hast der Produktion gezwungen war. „Zugleich die strengen For-derungen der Kunst zu befriedigen, schrieb er, und sich auch nur die noth-wendige Unterstützung zu verschaffen, ist in unserer deutschen literarischenWelt unvereinbar. Zehn Jahre habe ich mich angestrengt, Beides zuvereinigen; aber es nur einigermaßen möglich zu machen, kostet mirmeine Gesundheit. Als ich endlich nahe dabei war, zwischen Vernunftund Phantasie in mir ein zartes und ewiges Band zu knüpfen, nahtesich mir der Tod. Diese Gefahr ging zwar vorüber, aber ich erwachte nurzu anderem Leben, um mit geschwächten Hoffnungen den Kampf mit demSchicksal zu erneuen. So fanden mich die Briefe aus Dänemark." Er
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