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Schiller und Göthe.
anschaueu läßt, aufKoeristenz beruht, und daher allein für den plastischenKünstler geeignet ist; hier das Erhabene der Handlung, das (wiedernach lessingischen Begriffen) auf Sueeession beruht; auf Beides kannsich der Dichter verbreiten. Bei dem Erhabenen der Handlung wähltder Mensch entweder das Leiden aus Achtung vor einer Pflicht, seinLeiden ist eine Willenshandlung, (z. B. das des rückkehrendeu Regulus);oder er büßt eure übertreteue Pflicht (wie wenu Regulus geblieben wäreund nachher bereut hätte); sein Leiden ist dann bloS eine Wirkung, dorteine Wahl. In beiden Fällen hat das Leiden einen moralischen Grund,nur daß es dort des Menschen moralischen Charakter, hier blos seineBestimmung dazu zeigt. Dort erscheint er als eine moralisch große Per-son, hier als ein ästhetisch großer Gegenstand. Daher nun stehen mora-lische und ästhetische Dcurtheilung sich entgegen, weil sie dem Gemüthverschiedene Richtung geben: die Gesetzmäßigkeit, die die Vernunft for-dert, besteht nicht mit der Nngebundeuheit, welche die Einbildungskraftals ästhetische Richterin verlangt. Es wird sich daher ein Objekt zuästhetischem Gebrauch weniger eignen, je mehr zum moralischen, und derDichter, der es behandelt, thut eö besser so, daß nicht sowohl unsereVernunft auf die Regel des Willens, als vielmehr unsere Phantasieauf dasVermöge u des Willens hingewiesen werde. Um seiner selbstwillen muß der Dichter diesen Weg Anschlägen, denn mit unserer Frei-heit ist sein Recht zu Ende. Nur so lauge wir außer uns anschauen,sind wir sein; er hat uns verloren, sobald wir in unfern eigenen Busengreifen. Dies erfolgt aber, sobald ein Gegenstand nicht mehr als Er-scheinung von uns betrachtet wird, sondern als Gesetz über uns richtet.Mit den vollkommensten Mustern selbst hat der Dichter keinen andernZweck, als uns zu ergötzen. Nichts thut dies, als was unser Subjektverbessert. Die Pflichtmäßigkeit aber eines Andern thut dies nicht, son-dern daS Vermögen zu einer ähnlichen Pflichtmäßigkeit, die wir theilen.Die ästhetische Kraft liegt blos darum schon in der vorgestellten Möglich-keit , weil unser ästhetisches Wohlgefallen durch Fiktion nicht verliert,durch historische Wahrheit nicht gewinnt. Den Menschen moralisch,politisch u. s. f. zu bilden, ist ein ehrenvoller Auftrag; allein die Dicht-kunst besorgt ihn nur mittelbar vortrefflich, unmittelbar gelingt cs ihrschlecht; was ihr einzeln mißräth, vollbringt sie im Ganzen; ihr Wir-kungskreis ist das Totale der menschlichen Natur, und blos insofern sieden Charakter bestimmt, übt sie auf einzelne Wirkungen aus der FerneEinfluß. Die ästhetische Wirkung beruht also nicht auf dem Interesse derVernunft, daß recht gehandelt werde, sondern auf dem der Einbilvungs-