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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Philosophie. (Schiller.)

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das Pathetische und über das Erhabene) erscheint, wollen wireinige Stellen über die Tragödie nur anführen, um zu zeigen, wieSchiller hier Lessing und Winckelmann berücksichtigt; sonst suchen wirnur überall auf die allgemeinsten Resultate zurückzugehen. Die tragischeKunst, heißt es hier, erreicht den letzten Zweck aller Kunst, die Dar-stellung des Uebersinnlichen, dadurch, daß sie uns die moralische Unab-hängigkeit von Naturgesetzen im Zustande des Affekts versinnlicht. Nurder Widerstand gegen die Gewalt der Gefühle macht das freie Principin uns kenntlich. Das Sinnenwesen muß also leiden, Pathos muß dasein, wo das Vernunftwesen seine Unabhängigkeit kund thun soll; mankann nicht wissen, ob Gemüthsfassung eine Wirkung moralischer Kraftist, wenn man nicht überzeugt ist, daß sie keine Wirkung der Unempfind-lichkeit ist. Bei den Franzosen sehen wir diese leidende Natur in ihremTrauerspiele fast nie; der Held vergißt über seiner Leidenschaft den Rangnie, und verliert immer seine Menschheit über seiner Würde. DerGrieche dagegen schämt sich seiner Natur nicht und läßt seiner Sinnlich-keit ihr Recht, weil ec weiß^ daß er nicht von ihr unterjocht wird. Mitdiesen Sätzen kommt Schiller nicht allein zu demselben lebhaften Gegen-sätze gegen die französische Tragödie wie Lessing, er führt auch ausdrück-lich lessingische Stellen ans dem Laokoon an, der ihn um diese Zeit vielbeschäftigt haben muß. Denn gleich darauf sieht man, wie er sich aufWinckelmann und dessen Beschreibung des Laokoon bezieht, als ob alleästhetische Kritik bei uns sich diesem Kunstwerke anschließen wollte. Erentwickelt aus der virgilischen Stelle über Laokoon die obigen Sätze: daßauch hier, wie es bei allem Pathos sein soll, der Sinn durch Leiden, derGeist durch Freiheit interessirt ist, daß aus aller Freiheit des Gemüthesder sinnliche Mensch, aus allen menschlichen Leiden der selbständige GeistVorscheinen muß, daß, wo es einer pathetischen Darstellung an Ausdruckder leidenden Natur fehlt, sie kalt und ohne ästhetische Kraft ist, undwo an Ausdruck der ethischen Anlage, sie bei aller sinnlichen Kraft nichtpathetisch ist, und unser Gefühl empören muß n. s. f. Wichtiger sinduns aus diesem Aufsatze die Stellen, wo Schiller von den eben berühr-ten Erörterungen aus wieder auf das Thema von der Unabhängigkeitder Kunst zurückkommt. Auf zweierlei Weise, heißt es, kann sich dieSelbständigkeit des Geistes im Leben offenbaren: negativ, wenn derethische Mensch von dem physischen das Gesetz nicht empfängt, der Zu-stand keinen Einfluß auf seine Gesinnungen gestattet; positiv, wenn derethische Mensch dem physischen Gesetze vorschreibt und die Gesinnung aufden Zustand wirkt. Dort entsteht das Erhabene der Auffassung, das sich