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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Göthc.

Zweckwidrigkeit voraussetzt. Das Gefühl des Erhabenen besteht näm-lich aus dem getheilten Gefühle unserer Ohnmacht und Begrenzung,und unserer Nebermacht, die über alle Grenze wegspringt und sich dasgeistig unterwirft, woran unsere sinnlichen Kräfte erliegen; Rührungbezeichnet die gemischte Empfindung des Leidens und der Lust am Leiden.Es geht uns nun keine Zweckmäßigkeit so nahe an als die moralische;sie wird am lebendigsten erkannt, wenn sie im Streit mit andern Natnr-kräften siegt; das höchste Bewußtsein unserer moralischen Natur wirdnur in einem gewaltsamen Zustande, im Kampfe, erhalten, und dashöchste moralische Vergnügen wird jederzeit von Schmerz begleitet sein.Die Dichtungsart also, die uns moralische Lust im vorzüglichen Gradegewähren soll, muß sich eben darum der genannten gemischten Empfin-dungen bedienen, und uns durch Schmerz ergötzen. Dies thut die Tra-gödie: ihr Gebiet umfaßt alle Fälle, in denen irgend eine Naturzweck-mäßigkeit einer moralischen, oder auch eine moralische Zweckmäßigkeiteiner andern, die höher ist, aufgeopfert wird. Ziel und Verdienst derKunst überhaupt heißt in diesem Aufsatze blos zu ergötzen, zu ver-gnügen; ein Ziel, das größer heraustreten werde als alle moralistischenZwecke, die man den Künsten gibt, wenn nur erst eine Theorie des Ver-gnügens, eine Philosophie der Kunst da wäre. Dies kündigt schon dieästhetischen Briese an, zu denen Schiller schon jetzt den Gedanken in sichtrug. Der Kunst cigcnthümlicher Vorzug ist eben der: daß sie unmittel-bar leistet, was die übrigen Thätigkeiten des Geistes nur mittelbar; daßsie Glück und Vergnügen, wie der Urheber der Natur, spielend, schenkenddarbietet, was ihre ernsteren Schwestern nur gegen Schweiß und Mühe.Sie erreicht diesen Zweck am besten in ihrer völligen Freiheit, ohne denZwang besonderer Zwecke. Sie wird mit dem Vergnügen, das sie ge-währt, eine Quelle der Sittlichkeit, denn wie ein vergnügter Geist dasLoos eines guten Menschen ist, so ist die Sittlichkeit gern die Begleiterineines vergnügten Gemüthes. Für die Natur mag das Vergnügen nurein mittelbarer Zweck sein, die Kunst sondert es als Hauptzweck ab.Dieser letzte Satz ist aus der Abhandlung über die tragische Kunst(1792), die sich eng an die vorige anreiht. Sie nähert auf eine mehranwendende Weise die aus der Betrachtung des mitleidigen Affekts fol-genden Resultate den aristotelischen und sonstigen älteren Satzungenüber die Tragödie, und legt an einzelne Produkte und Perioden der tra-gischen Kunst den gewonnenen Maßstab an, wobei wir uns nicht aus-haltenwollen. Auch aus dem Aufsatze über das Erhabene (1793),der in der Ausgabe der Werke verarbeitet und in zwei getheilt (über