Philosophie. (Schiller).
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Kombinationen umfaßt, eben so gut eine Regel a priori entwerfenlasse, wie für das bedingte Subjektive unserer Vorstellungen, welchessich aus den allgemeinen Einschränkungen der menschlichen Natur ent-wickeln läßt." So nahm Wieland (nach Göthe) übel, daß in Kant'SMoralphilosophie Pflicht und Recht dem humoristischen und poetischenSchwanken durch Vernunft entnommen werden sollten; und auch Schil-ler's feinere Natur beleidigte es, daß hier die Idee der Pflicht mit zuviel Härte und asketischem Anstriche vorgetragen war. Er sah dieTugend mehr als Neigung zur Pflicht an, er ehrte die Forderungen derNatur, er wollte, daß der Mensch seiner Vernunft mit Freuden gehorche,er stellte sich, seiner moralischen Würde bewußt, auf die Seite der Lati-tuvinarier gegen den moralischen Rigoristen, und griff ihn aus dieserAnsicht in Anmut und Würde, bei aller Achtung, entschieden an. Aehn-lich verhielt er sich der ästhetischen Urtheilskraft gegenüber. Nirgendswar hier in Schiller's Sinne der Würde der Kunst ihr Recht, dem selb-ständigen Werthe der Schönheit seine Ehre gegeben; ein zu männischerGeist schien sich von den Grazien zu ernsthaft abzukchren. Es beleivigteden Dichter, daß dem abstrakten Prineipe der Kunst gleichsam Alleszugewandt, die ausübende und ausgeübte Kunst kaum eines Seitenblicksgewürdigt war. Und nicht allein, daß er Dichter war, machte ihn dieserkantischen Methode und seinen Resultaten abgeneigt, sondern auch seineeigenen übrigen ästhetischen Studien selbst. Er hielt im Anfang derWer Jahre Vorträge über die antike Tragödie und über Aesthetik, er lasAristoteles, er studirte Lessing und Winckelmann, und schien wenigstensdie gleiche Freude und Belehrung aus deren empirischen Untersuchungenzu ziehen, als aus Kant's metaphysischen. Schon in seinen Vorlesungentrat er daher selbständig gegen Kant über, und in seinen ersten ästhetischenAufsätzen erkannte man fast mehr die Einwirkungen jener Kunstkenner,als die des Philosophen.
Wir wollen mit möglichst kurzen Andeutungen die hauptsächlichstender ästhetischen Aufsätze kennen zu lehren suchen, die Schiller seit 1702in der Thalia und in den Horen bekannt machte. Der erste, der denGrund des Vergnügens an tragischen Gegenständen (1792)untersucht, macht eine Anwendung kantischer Sätze vom Erhabenen aufdie Tragödie, in der wir sogleich die Großartigkeit erkennen, mit derSchiller diese Poesiegattung, und mit der er die moralische Natur desMenschen betrachtet. Die Quelle jedes Vergnügens, lehrt er nach Kant,ist Zweckmäßigkeit; das Rührende und Erhabene haben das Eigenthüm-liche, daß sie uns eine Zweckmäßigkeit zu empfinden geben, die eine