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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Philosophie. (Schiller.)

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I

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Nebermacht des Verstandes ganz auf Ein großes Werk, die Wiederge-burt reiner Wissenschaft, versammelte, die jene auf Einzelheiten zerstreu-ten. In tiefer Eingezogenheit förderte er dies Werk, ungeirrt durchäußere Zurücksetzung, und er trat in einem Alter auf, wo ohnehin derGeist über das Sinnen- und Gemüthsleben die Oberhand erhält^).Bon dieser Herrschaft über die äußere Sinnenwelt, von der Meisterschaftseines Geistes über alles Körperliche, seines Willens über Gefühle undLeidenschaft, von diesem Stoicismuö, der im ästhetischen Sinn, Em-pfänglichkeit für die feineren Bedürfnisse des Gemüths, den Schmelzder schönen Natur nur stellenweise übrig ließ, ist Alles in Kant'S Lebenund Schriften durchdrungen. Wer daher sein System als solches, inner-halb der Schule, charakterisirt, bringt es in Gegensatz gegen den tücki-schen Sensualismus. Angeregt durch Hume'S Angriff ans die Meta-physik, der sich an die empirische Herleitung des Begriffs der Kausal-verbindung angekuüpft hatte, suchte er das Reinvernünftige dieses Be-griffes zu retten und forschte nach dem ganzen Vorrath der übrigenapriorischen Begriffe. Er drehte das empirische System, wie er selbstanführt, nach der Analogie seines großen Landsmannes Kopernikusherum, und hoffte eine metaphysische Wissenschaft fester zu begründen,wenn er annahm, daß sich die Dinge außer uns nach'den Gesetzen un-seres Erkennens richten, als umgekehrt dieses nach jenen. Uns, diewir immer die Wirkungen auf das Leben und die Verhältnisse zu derhistorischen Umgebung im Auge haben, liegt es näher, das Ganze derkantischen Lehr - und Lcbenssätze gegen die herrschenden Bildungen inDeutschland, als gegen die englischen Systeme zu halten. Und hier istes von erstaunlichem Interesse, wie er mit der Begründung einer reinenWissenschaflslehre den Entwickelungen der Kunst sich zur Seite lagerte,mit der Strenge seiner Moral der nachsichtigen Grazienphilosophie Wie-laud's und der Anakreontiker einen Damm entgegenwarf, wie er mitdem Aufruf der menschlichen Freiheit der vegetativen und sensualen Le-bensweisheit entgegentrat, die aus einer Poesie, wie die göthische, noth-wendig folgte, wie er der laren Empfindsamkeit, der Ueberschwcnglich-keit des Gemüthslebens gegenüber den Geist rüstete und auf diese Weise

84)Sollte nicht Manches von Dem, was Kant lehrt, zumal in Rücksicht aufdas Sittengesetz, Folge des Alters sein, wo Leidenschaften und Neigungen ihre Kraftverloren haben, und Vernunft allein übrig bleibt? Wenn das menschliche Geschlechtin seiner vollen Kraft, etwa im 40sten Jahre stürbe, was für Folgen würde dies aufdie Welt haben? "

Lichtenberg.