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Schiller und Gvthe.
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wir Schiller'» verdanken. Auf dessen Poesien hatte diese philosophischeThätigkeit weniger positiven als negativen Einfluß. Sie lehrte ihn dieKluft zwischen dem schaffenden Dichtungsvermögen und der künstlerischen »Einsicht erst recht kennen, die auszufüllen mehr das instinktartige Be- ^streben seiner eigenthümlichen Dichternatur war, als ein Ziel, das seinereifen ästhetischen Ueberzeugungen in Aussicht genommen hätten. Seineeben so geistige als phantasiereiche Natur wies ihn dahin, sich von derThätigkeit seiner dichtenden Kräfte Rechenschaft zu geben, und dies drücktden gefährlichen Höhepunkt aus, wo die Poesie von dem Baum der Er-kenntnis; brach, und von wo an für die nächste Zeit ihr Fall unvermeid-lich schien. Wie wenig wir daher auch dem Gange der ästhetischenWissenschaft folgen wollen, so macht es uns doch der geschichtliche Ver-folg unserer Dichtung an sich zur Pflicht, diesen bedeutsamen Zeitpunkt 1genau ins Auge zu fassen, und um so mehr, da er gleichsam den Schluß jstein zu dem Gebäude unserer Dichtung setzt, den wir von Anfang anins Auge gefaßt hatten. Denn das Princip des Schönen und dasGrundgesetz der Kunst konnten auf befriedigende Weise auch apriorischnicht anders als in einer Zeit gefunden werden, die die Kunst zu einemreinen Standpunkte zurückgeführt hatte; und die Epoche, wo sich unsereDichtung dem ächten Kunstckarakter am meisten näherte, war bei unsermersten Ausfluge unser letztes Ziel. Daß sie sich selbst dieses ihres Höhe-punktes bewußt ward, war ein Ueberschuß, den wir aus unserer philo-sophischen Bildung in die poetische herübertrugen; ein Reichthum, denkeine andere Poesiegeschichte so leicht wird aufweisen können. Diese Be-wußtheit ist das natürliche Zeichen der Vollendung einer Dichtung, diein einem Volke genährt ward, daS mit seiner Geistesblüte in dasmännliche Zeitalter der Welt fällt, das zur Wissenschaft mehr geborenist als zur Kunst, das keine poetische und keine politische Periode vonBedeutung durchgemacht hat, ohne sie mit einer entsprechenden philoso-phischen zu begleiten.
Unsere Betrachtung darf sich diesmal einfach an zwei einzelne Män-ner heften, an Kant und Schiller. Auf Kant's Lehre, ihren Sinn undWerth, und auf die Bedeutung einzugehen, die jene große, durch sieveranlaßte Revolution aus daS geistige Leben in Deutschland gehabt hat,ist unseres Amtes und Berufes nicht; dieö ist kein Gegenstand, der alsein Nebenwerk behandelt werden kann und darf, und doch nur als einsolches in einer Geschichte der Dichtung behandelt werden dürfte undkönnte. Wir lassen daher das System und das Schulartige bei Seite,und suchen nur mit einigen Strichen, die für sich nichts bedeuten wollen,