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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Göthe.

Frische der Weltbetrachtung, die Rückhaltung statt des früheren Drangesder Mittheilung, die Gegenwirkung des Quietismus gegen die alteLebenskräftigkeit ist hier schon ganz herrschend, die in den Ausgewander-ten und im Meister zuerst spurweise erscheint. Mit diesem neuen Charak-ter seiner späteren Werke entfremdete sich Göthe dem Volke, und machtesich dagegen engere Freunde in engeren Kreisen. Herder'n gefiel diesegereiftetste Frucht eines tiefnachdcnkenden Geistes, der die ungeheuerenBegebenheiten der Zeit still im Bnsen getragen und zu höheren Ansichtenentwickelt habe. Aber die Nation achtete nicht auf diese Silberbleistift-züge, und behielt die groben Striche der Jugendwerke Göthe's lieber.Welch einen Weg haben wir zurückgclegt, welche grundtiefe Veränderun-gen haben wir in unserm Dichter erlebt, wenn wir von seiner erstenrevolutionären Staatsaktion, dem Götz, zu dieser Herüberblicken!Wie ist der offene Dichter versteckt und heimlich geworden! Der keckeknappe Maler der Sitten wie breit und eintönig in diesem Stück, dasauf 15 Akte berechnet war und das Publikum schon in den 5 vollendetenlangweilte! Welche andere Denkwürdigkeiten hatten ihn damals zurDramatisirung gereizt als jetzt. Wie wenig scheute er sich damals vorden grausamen Szenen der Rebellion und den starken Charakteren solcherZeiten, da er noch ganz auf der Thätigkeit der menschlichen Natur weilte,die im Egmont schon den halben Raum der Diplomatie abtreten, undjetzt der Diplomatie völlig weichen mußte! Wie offene breite Wirkungenmachten die Dichtungen jener Jahre gegen diese, die, kalt wie sie war,kalt ausgenommen ward! eine Wirkung, die der innern Beschaffenheitdes Werks genau entsprach und gewiß nicht, wie Göthe meinte, von dervoreiligen Veröffentlichung des ersten Theiles herrührte. Wir erinnernan den Aufruhr, den sein Götz in Deutschland machte, wo er die ganzeJugend auswühlte, und wollen des Gegensatzes wegen anführen, wiedie natürliche Tochter auf die Frau Herder wirkte, was besser als jedesUrtheil den Charakter des Stückes bezeichnen wird. Sie war, wie Herderselbst, entzückt über diese Schilderung des Kampfes menschlicher Ver-hältnisse mit den politischen, in der das gräßlich Herzlose der Ständeund ihre Verworfenheit dargestellt sein sollte. Sie nannte es ein klassischesStück, das höchste, was Göthe gab, ein Stück wie Nathan, aber wärmer,vielseitiger, ein Kunstwerk, vor dem Schiller's Irrlicht schwinde. AberKnebel urtheilte ihr entgegen, und es traf sie plötzlich die Wahrheit, daßLaster und Greuel hier so mit einschmeichelnden Worten umhüllt und inein so mildes und sanftes Licht gerückt sind, als ob die unnatürlichstenMenschen alle Engel wären. Sie fürchtete nun, der Dichter habe das