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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Göthe.

auf die Bühne brachten, als in Göthe's Aufgeregten (1793). Dennhier ist keine Kraft und kein Saft, am wenigsten wo der unparteiischeDichter die Seite des Demokratiömns abschildert. Die ehrbaren Eigen-schaften der starken, kernigen, rechtlichen, aber nie billigen und nach-giebigen Aristokraten sind mit Warme hervorgehobcn; die Vertreterindes Demokratismus soll spurweise etwas von Kraft und Schwärmereian sich tragen, fällt aber doch über eine Kontusion ihres Sohnes inOhnmacht. Reineke Fuchs gehört in eben diese Zeit. Er sei ihm,sagt Göthe, zu rechter Zeit begegnet. Er habe sich aus dem größtenUnhcile zu rettcu gesucht, indem er die ganze Welt für nichtswürdig er-klärte. So kam ihm diese unhcilige Weltbibel gerade recht zur Hand.Hätte er sich bisher an Straßen-, Markt- und Pöbelauftritten über-sättigen müssen, so sei es ihm erheiternd gewesen, in den Hof- und Re-gentenspiegel zu blicken: denn trüge auch hier das Menschengeschlechtseine ungehcuchelte Thierheit ganz natürlich vor, so gehe doch Alles,wenn nicht musterhaft, doch heiter zu, und der gute Humor fühle sichnirgends gestört. Zum Glücke ahnte das Publikum den Sinn nicht, ansdem diese Arbeit entstand, wie es auch nicht merkte, daß cs formell eineschlechtgcrathcne Uebung im Herametermachen war; und so ist diesesWerk die willkommene Erneuerung eines der edelsten Produkte unsererälteren Literatur geworden, das in seinen alten Gestalten der Masse un-zugänglich geworden war. Die Anwendung aber, die Göthe von diesemGedichte machte, muß im höchsten Grade beleidige». Den unschuldigenHumor einer einfachen Zeit, die im Grunde das intrigante Wesen, dashier geschildert wird, erst im Werden sah, an eine Zeit halten, die sichvon dem Ucbermaße desselben, das sich in Jahrhunderten furchtbar an-gehäuft hatte, zu befreien suchte, mit lächelnder Behaglichkeit die schreck-lichen Nebel der Gesellschaft beleuchten, die keine bitterste Jnvektivc, keinesatirischen Geißelhiebe, die nur die blutigen Streiche des Aufruhrs nochheilen konnten, dies muß beleidigen. Aus einer früheren Periode, woin der Satire aus dem Hintergründe einer kindlich einfältigen Zeit dieThorheit und Schlechtigkeit vergrößert ihr Spiel treibt, rückte Göthedieses Gedicht in eine ganz andere Zeit, wo die Satire aus dem Grundeeiner verschwundenen goldenen Vergangenheit das Gemälde der gegen-wärtigen Verderbniß aufziehen mußte, und er schob daher hier und daStellen ein^), die dem Geiste des alten Werkes ganz widersprachen,

8i!) So wird g. B. nur von den Pfaffen dort, und nur von einem gewissen Thcileder Pfaffen ein so übles Bild entworfen, wie in einigen gölhe'schen Versen von derAllgemeinheit:

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