Geschichte und Politik. (Gvthe.)
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wundern kann, wenn es auf der Bühne Ekel statt Lachen erregte. Försterfällte darüber einschneidendes, aber vortreffliches Urtheil. „Dies Dingohne Salz, sagte er, ohne einen Gedanken, den man behalten kann, ohneeine schön entwickelte Empfindung, ohne einen Charakter, für den mansich interessirt, dieser hochadelige Alltagsdialog, diese gemeinen Spitz-buben, diese bloß höfische Rettung der Königin — ich habe die Wahlzwischen dem Gedanken, daß Göthe die Leute in Weimar, die ihn ver-göttern, zum Besten haben und sehen wollte, wie weit die dumme An-betung gehen könne, und dabei das Publikum zu sehr verachtete, um esnur mit in Anschlag zu bringen, und dem, daß der Erzbischof von Se-villa im Gilblas hier wieder leibhaftig vor uns steht." Während derCampagne hatte Göthe ein Mährchen entworfen, die Erzählung voneiuer Reise von sieben Brüdern verschiedenen Charakters, die in Ver-wickelung, Verworrenheit, Abenteuerlichkeit und Planlosigkeit ein Bildvon den damaligen Zuständen abgeben sollte. Er kehrte also auch wiederzu den wunderlichen und wilden Entwürfen seiner Jugend zurück, undseine geordneten Kunstgebilde, seine Iphigenie nur zu lesen, war ihmdamals ganz unmöglich. Wäre er doch wenigstens während dieser pein-lichen Seelenlage in dem Asyle seiner Naturforschungen geblieben. Erhatte 1790 als Heczenserleichterung die Metamorphose der Pflanze ge-schrieben; er trieb seine anatomischen Studien in Schlesien weiter; erfiel auf die Farbenlehre, an die er sich wie an einen Balken im Schiff-bruch klammerte, und er gab 1791 und 92 zwei Stücke optischer Beiträge;als er 1792 den Feldzug nach Frankreich mitmachte, begleitete ihnFischer's physikalisches Wörterbuch und seine chromatischen Arbeiten.In diese vertieft, lebte er mitten in den größten Bewegungen als einEinsiedler, mit sich selbst vergnügt; aber es duldete ihn nicht in dieserRückgczogenheit; sein heimlicher Aerger über die unruhige Zeit mußtezu Tage, er gab seine Paradoxen über die Politik zum Besten und spieltedas böse Prinzip. In inneren Zerrüttungen wollte er guten Humorerzwingen, und das spiegelt sich in den Poesien dieser Zeit vortrefflich ab.Wie widerlich ist eö, in dem Bürgergeneral (1793) große, oder dochschreckliche Stoffe in einer so kleinen, niedrig komischen Art behandelt zusehen, die zum Ernst zu oberflächlich, für den Spaß zu herb ist. Undwenn Göthe die Schnäpse auf die Bühne brachte, was sollten dieAnton Wall thun? So leugnen wir auch nicht, daß uns fast behaglicherzu Muthe ist bei dem leidenschaftlichen Sturme, der Wilvhcit, Grau-samkeit, Blutgierde und dem Kannibalismus, den damals die Jfflandund Kotzebue in Revolutionsstücken, (wie die Kokarden und Aehnliches)