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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Geschichte und Politik. (Göthe.)

t die Verblendung vorzüglicher Menschen bei solchen frechen Zudringlich-keilen verwundert. In dem unsittlichen Abgrunde, der sich erösfnete, er-schienen ihm die greulichsten Folgen gespenstcrhaft, deren Erscheinung ernicht los werden konnte," wobei er sich so seltsam benahm, daß er seinenFreunden, nach der Erzählung in den Jahresheftcn, bei der ersten Nach-richt von der Halsbandgeschichte wie wahnsinnig vvrkam. Als die Re-volution nun selbst auSbrach, der Thron gestürzt, der König hingerichtet^ war, und nach Deutschland zu seinem Schrecken sympathetische Gesinnun-gen mit diesen grasten Handlungen sogar in edle Gemüthcr herüberdran-gen, steigerte sich sein Unmuth immer mehr. Je größer die Begebenheitenwuchsen, desto mehr verstockte er sich darauf, den.großen Streit der Weltfür einen bloßen Zank um äußere Verhältnisse zu erklären; er wandteder Verwickelung und Lösung dieses gewaltigen Schauspiels den Rücken,und Alles schien ihm hier Willkür schlechter Menschen, da er doch sonstin der Natur so völlig keine Willkür dulden wollte. Ueberall gerieth erbei Betrachtung des Weltregiments und der moralischen Dinge in Ver-wirrung , ihm war alles vereinzelte Thatsächliche unhandlich, bis es sichzur künstlerischen Bewältigung verknüpfte. Da hierzu in den ganz aufsGroße angelegten Begebenheiten der Revolution keine Aussicht war, soleugnete er den höher« Zusammenhang lieber ganz. Er konntealsDichter den rollenden Weltbegebenheiten nicht Nacheilen," er konnte mitihnen Nicht zum Abschlüsse kommen; er hatte gar keine Ahnung, was! aus dem Umsturz alles Bestehenden Besseres, ja was nur Anderes daraus

! entstehen sollte; ganz auf ruhige Bildung gerichtet, ganz nur in der

Literatur thätig uud fördernd, war er unbehaglich, daß dasFranzen-thum" diesen ebenen Weg der Kultur abschnitt, und er trug dies Miß-behagen auf die größesten Akte der Weltgeschichte über, die vor ihm undhinter ihm lagen. Auch das Lutherthum war ihm seitdem verdrießlich,weil es einst die ruhige Bildung zurückgeschreckt hatte, und als die großenEreignisse kamen, die das Vaterland aus Druck und Schmach erlösten,glaubte er nicht an Erfolge, weil sie ja von dem großen Haufen aus-gehen mußten! Er wettete auf schlechten Ausgang, und verlor! Diesittliche und praktische Bedeutung war ihm ganz gleichgültig, und er zogsich in ein fernes Ertrem zurück und trieb derweil chinesische Geschichte.Ja auch nach dem Befreiungskriege trieb er einen ärgerlichen Spott mitden innern politischen Anforderungen in Deutschland, wie ein Mann, dergar nicht weiß, worum es sich handelt, der nicht begreift,warum mandie Menge fragte, was Einer hätte thun sollen," und dem es also natür-licher scheinen mußte, daß Einer ungefragt thue, was die Menge quält