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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Schiller und Göthe.

der neuen erzeugten? War es dort der Stolz der Geburt und ihr Hei-ligenschein, mit dem man sich für besser als Andere ausgab, um unge-straft schlechter sein zu können, so ist jetzt der Stolz der Vernunft mitseiner Gleichheit und Menschenrechten an die Reihe der Herrschaft undder Verirrungen gekommen. Trotz dem aber erscheint die Revolutionüberall als ein Werk der Gerechtigkeit der Natur u. s. f.

Wir haben alle diese einzelnen Notizen über die verschiedenen Wir-kungen, die die Revolution in den deutschen Köpfen hervorbrachte, zn-sammengestellt, um die sonderbarste von allen diesen Wirkungen in demgroßen Dichter der Nation zu erklären, die außerdem unerklärlich scheinenkönnte. Und wir haben vorübergehend zuletzt absichtlich Förster erwähnt,um den Abstich zwischen den Handlungen und Urtheilen eines praktischenMannes und eines Poeten den großen Ereignissen der Geschichte gegen-über recht fühlbar zu machen. Göthe sah diese große Tragödie der Zeitdurchaus nur als eine zufällige Begebenheit, als nackte menschliche Will-kür an, die Förster für einen Akt des Wcltschicksals erklärte; es hättenahe gelegen, daß jener Dichter aus der Entfernung und persönlichenUnberührtheit dieses Urthcil gefällt hätte, und dieser Praktiker, der dieHände im Spiel hatte, jenes andere. Diese pragmatische Ansicht warauch Forster'n keineswegs fremd, noch ihre theilweise Wahrheit verhüllt.Er wußte wohl, wie unbehülflich die Vernunft ist, wenn sie sich in derNähe der Geschichte ein Urtheil bilden soll; er sah, daß die größtenRevolutionen der Welt in der That oft an sehr dünnen Fädchen hängen,und daß in gewisser Hinsicht Jeder Recht hat, der nach Belieben ausvielen Ursachen zu Erklärung irgend einer geschichtlichen Erscheinung dieerste beste herausgreift. Aber doch erinnerte er vorsichtig, was Göthewohl hätte bedenken sollen, daß unter den vielen Bcurtheilungen derGeschichte verschiedene Grade des Sinnes und des Gesichtskreises statt-haben, daß der Eine vor dem Andern Gemeinschaft mit der wirkendenWelt und Empfänglichkeit voraus hat; und er empfahl die goldene undbewährte Regel, die Göthe diesen Zeitereignissen gegenüber ganz vergaß,daß man große Begebenheiten nicht von geringfügigen Ursachen herleitenmüsse. Ec ließ dem seine Freude, der den Samen der Revolution imFaubourg St. Antoine entdeckt zu haben meinte, und dem Physiker, demein Fläschchen mit nasser Eisenfeile die Lavaströme des Vesuvs erklärt;nur wünschte er es erlaubt und Vorbehalten, daß sich ein tieferer Forschernicht so leicht befriedigen lasse. Göthe überließ diese tiefere BetrachtungAndern. Er selbst war für alle Geschichte völlig blind, wie schön er auchdie große Lehrmeisterin und Mutter der Weisheit in dem Satze gepriesen