Geschichte und Politik. (Gvthe.)
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gelernt. Seine Neigung für die französische Sache floß ganz ans denGründen einer politisch-historischen Einsicht, mit der Förster nur öffentlichallein stand, keineswegs absolut. So nüchtern und gesund beobachtende,so kalt urtheilende, so von Empfindsamkeit entfernte Männer wie Merckund Lichtenberg waren ganz auf seinem Wege. In des Letztem Schriftenstehen die Zeugnisse deutlich genug, daß er der lächerlichen Untersuchun-gen über das Recht der Revolution lachte, daß auch ihn keineswegs dieaugenblicklichen Leiden und Schrecknisse der Revolution irrten, die, um sogrößer sie waren, ihm einen desto weitern Plan der Vorsehung verbürg-ten. Er sah das Schicksal hier eingreisen, wo die gutmüthige Kurzsich-tigkeit auch der weisesten Regierungen nicht ausrcichte, im sanften Gleisedes Rechts große Ziele zu erringen; der Mensch, sagte er, ist nur da,die Oberfläche der Erde zu bauen, den Bau und die Reparaturen, diemehr in die Tiefe gehen, behielt sich die Natur selber vor. Die ähnlichenNeberzeugungen sprach Förster laut und wiederholt aus, und sie stehenbei ihm um so merkwürdiger, als er sie nicht außerhalb des Spiels selbst,ohne Leidenschaft und Neigung aussprach. Er handelte selbst in derNähe mit, er betrachtet ganz im Einzelnen, und er hat im Moment derunreifen Thaten ohne Vergleich die treffendsten Urtheile gegeben, eineReiheVoraussichten und Weissagungen ausgesprochen, von denen, so vielwir gleich sehen, keine einzige unerfüllt geblieben ist. Er hat noch im raschenLaufe der Dinge selbst ihren Verlauf, wie einen vergangenen Akt, gese-hen, er hat das Bleibende im Vorübergehenden erkannt, er hat innerhalbder werdenden Geschichte ein historisches Urtheil gefällt, das der späteGeschichtschreiber nur erweitern, nicht bessern kann. Dies ist das Wahr-zeichen, an dem mau den Politiker und Historiker erkennt! und wie tretenhier die Kommentatoren des Burke in Schatten, wenn man nur die paarWorte liest, die Förster wider den bewunderten Gegner der Revolutiongeschrieben hat. Verfassungen, sagte er ihm, sind menschliche Gebildeund, wie alles Menschliche, vergänglich. Der französische Staat gingseiner völligen Auflösung entgegen, keine Faser des Ganzen zeigte nocheinige Spannkraft, die Männer der Revolution selbst erklärten ihr Vater-land für so verderbt, daß sie eine neue Begründung von Gesetz und Sittefür unumgänglich hielten. Was erwartete nun Burke von einem solchenStaate? Sollte das Volk durch und mit der Herrschaft des Konventsplötzlich die verlorene Tugend und Sittlichkeit wieder erhalten? Oderwar es nicht natürlich, daß sich jene Krebsfäule auch in der National-versammlung zeigte? und macht diese Erscheinung etwas Anderes verab-scheuungswürdig, als die vorige Verfassung, in der sich die Ungeheuer