Geschichte und Politik. (Göthc.)
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diese Ideale gestört wurden, so glaubte er an den Umsturz aller Huma-nität. Noch viel auffallender als Gleim's Verzweiflung äußerte sichKlopstock'S. Als er die Freiheit gen Himmel zurückkehren sah, durchlaser die französische Geschichte, und fand sie voll Blutthaten und Entsetzen;und dem entsprach die neue Verwandlung. Er fürchtete ein Menschen-feind noch im Blütcnhaare zu werden, denn nie schien ihm Erhabenesund Vortreffliches so entheiligt und gesunken zn sein! Sein Grauen vorden Greueln der neuen Anarchie in der „Klubbergmunieipalguillotinoli-gokratierepublik", wie er sie einmal nennt, verführt ihn zu formell höchstsonderbaren Oden, wie es schon eben dieses Wort andeuten kann; sein
' ganzer Empfiudnngskreis ward von dem Gram und Abscheu durchdrun-gen, den ihm diese Täuschungen bereiteten. Und wie mußte es ihnscbmerzen, daß gerade seine eigene Schule am hartnäckigsten und längstenfür die Sache der Revolution stand! Viele zwar kehrten mit ihm bekehrtzurück, wie Cramcr, Campe, Stolberg; aber Andere, wie v. Halem,Hennings, Oclsner, blieben um das Schleswigschc Journal und den„Genius der Zeit" versammelt, und mit ihnen war Voß in Verbindung;sic schrieben unter Begünstigung der dänischen Preßfreiheit im Sinne derrigli>8 ok mau von Thomas Payne, des kühnen Gegners von Burke,und eS mußte für Klopstock jedesmal eine Schmerzerueuerung sein, wiediese Männer mit Stolberg brachen, wie Halem den Tod eines Kniggebesingen mochte, wie Voß gegen Claudius und seine Fabel wider diePreßfreiheit ausfiel, wie Hennings sich gegen die Jaeobi und Göthe undselbst gegen Wieland verstockte, und gegen Jeden, der nicht bei der Sacheder Freiheit auch in den gefährlichen Zcitmomenten aushielt.
In dieser allgemeinen Trostlosigkeit und Rathlosigkeit, wo keinUrtheil Stand hielt, und wo selbst seine Frömmigkeit den gutartigenDeutschen so weit verließ, daß er an Gott und Vorsicht irre ward, hieltvor Anderen Ein Mann in öffentlichen Schriften an dem rechten Urtheilefest und an dem, wenn nicht religiösen, doch historischen Glauben, daßtrotz jenes Spiels der rasendsten Leidenschaften dies Schauspiel nicht von
> einem blinden Zufall, nicht von einem boshaften Teufel der Welt zweck-los bereitet sei. Er sah, wie kein Deutscher, ganz in der Nähe demChaos der menschlichen Willkürlichkeiten, der Eitelkeit, dem Eigennutz,den Jntriguen der Parteien zu, aber er hielt an dem Einen Punkte fest,„der sich brüten ließ und künftige Gestaltung versprach," er glaubte an
^ kommende heilsame Früchte, als sein Auge am dichtesten auf den Greueln
> ruhte, die sic zu vergiften drohten, er traute dem Schicksal und der Mcn-schennatur, als ihm schon das Herz gebrochen war, und selbst der